Am Morgen des 15. September 1963 kam in der 16th Street Baptistenkirche in Birmingham, Alabama, eine Gruppe von Kindern zur Sonntagsschule zusammen. Kurz vor Unterrichtsbeginn explodierte eine Bombe in der Kirche und tötete vier Mädchen im Alter zwischen elf und vierzehn Jahren: Denise McNair, Addie Mae Collins, Cynthia Wesley und Carole Robertson.

Die Explosion erschütterte nicht nur die Kirche in Birmingham, sondern - im übertragenen Sinn - ganz Amerika. Die New York Times sollte den Anschlag später als "schrecklichen Höhepunkt der Rassenunruhen in den Jahren der Bürgerrechtsbewegung" bezeichnen. Erst 1977 wurde ein bekanntes Ku-Klux-Klan-Mitglied, Robert "Dynamite Bob" Chambliss, der Tat angeklagt und verurteilt. Filmemacher Spike Lee hatte schon längere Zeit die Idee, einen Film über diese schreckliche Tat zu machen. So ist es wohl kein Zufall, dass sie Gegenstand seiner ersten Dokumentation wurde. "Vier kleine Mädchen" erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, u.a. wurde er 1998 beim Acapulco Black Film Festival für den Black Film Award nominiert, im selben Jahr erhielt er den Broadcast Film Critics Association Award in der Kategorie beste Dokumentation.