Louise hat ihre kleine Pariser Wohnung vermietet und ist zu ihrem Freund Rémi gezogen. Doch schon bald fühlt sie sich außerhalb der Stadt in ihren Möglichkeiten und ihrer Freiheit beschränkt und vermisst ihren Vertrauten, den Schriftsteller Octave. Nur widerwillig erklärt sich Rémi mit der neuerlichen Trennung einverstanden, als Louise in ihre alte Wohnung zurückkehrt. Einige Zeit später kommt es jedoch zu ersten Irritationen. Ist es tatsächlich Louises Freundin Camille, mit der Rémi ausgeht? Auch Louise selbst gerät in Versuchung, als sie eines Nachts mit dem Musiker Bastien nach Hause geht. Doch gerade als sie beschlossen hat, bei Rémi zu bleiben, muss Louise erfahren, dass dieser eine andere Frau, Camilles Mitbewohnerin Marianne, kennen gelernt hat und mit ihr zusammen leben möchte ...

Auf seine unnachahmlich leichte Weise beschreibt Eric Rohmer in "Vollmondnächte" die Bemühungen der hin und hergerissenen Louise, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Bei dem Versuch, ihr Bedürfnis nach individueller Freiheit mit den konventionellen Geschlechterrollen in Einklang zu bringen, gerät sie immer wieder in tiefe emotionale Konflikte. Rohmers vierter Film des Zyklus "Komödien und Sprichwörter" konzentriert sich ganz auf die spannungsvollen Widersprüche der weiblichen Hauptfigur und verzichtet weitestgehend auf Nebenhandlungen oder Parallelmontagen. Eric Rohmer wurde für "Vollmondnächte" mit dem Preis der französischen Filmkritiker-Vereinigung ausgezeichnet. Pascale Ogier, die Darstellerin der Louise und Tochter der bekannten Schauspielerin Bulle Ogier, erhielt 1984 in Venedig den Preis als beste Darstellerin. Kurz nach Beendigung der Dreharbeiten starb Pascale einen Tag vor ihrem 26. Geburtstag an den Folgen einer Herzattacke.

Foto: Kinowelt