Einst dazu geschaffen, den herumliegenden Unrat zu entsorgen, fristet Wall-E – betrieben mit Solarenergie – seit mehr als 700 Jahren auf der fast leblosen Erde ein tristes Dasein. Tag für Tag wird Müll eingesammelt, zu Würfeln gestanzt, die dann zu wolkenkratzerhohen Türmen gestapelt werden. Doch Wall-E hat einen Traum, den Traum von einer besseren Welt. Er ist alles andere als frei von Gefühlen, schaut sich immer wieder eine Sequenz des Musicals "Hello, Dolly!" auf Video an und ist ganz hin und weg bei Szenen der Zweisamkeit. Wall-E's Langeweile erfährt eine unerwartete Wende, als ein Raumschiff den Roboter EVE entsendet. Wall-E verknallt sich Hals über Kopf. Auch wenn sich EVE nicht stets von einer liebenswerten Seite zeigt, folgt ihr Wall-E ins All. Dort harrt die degenerierte Menschheit seit Jahrhunderten auf einer riesigen Raumbasis der Rückkehr zur Erde. Für Wall-E beginnt ein großes Abenteuer...

Spätestens seit "Cars" weiß man, dass lebendige Maschinen mit Herz eine Spezialität der Kreativkräfte um Pixar-Chef John Lasseter sind. Nach Animations-Knallern wie "Die Unglaublichen - The Incredibles", "Die Monster AG", "Findet Nemo" und den rattenscharfen "Ratatouille" entfaltet auch dieses Werk aus den Pixar-Studios trotz düsterer Bilder eine zauberhaft verzaubernde Welt, bietet sanfte Zivilisationskritik, ein Hauch rührseliger Romantik – und vor allem jede Menge Spaß. WALL-E ist nicht nur allerbeste, hochprofessionell gestaltete Unterhaltung, sondern gleichzeitig eine vor ideenreichen Details strotzende Reminiszenz an die Filmhistorie – von den viel sagenden Gesten eines Buster Keaton bis zu direkten Zitaten aus Stanley Kubricks Sciencefiction-Meilenstein "2001 - Odyssee im Weltraum" und Steven Spielbergs "E. T. - Der Außerirdische". Auch der rasante wie zauberhafte Vorfilm "Presto" hat es in sich. "Wall-E" wurde 2009 mit dem Oscar und dem Golden Globe als bester animierter Film ausgezeichnet.

Foto: Walt Disney Studios/Pixar

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