Angeregt durch Dokumente des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, begann der US-Wissenschaftler und Harward-Professor Robert Jay Lifton - bekannt für seine Hiroshima- und Vietnamforschungen - mit seinen Recherchen zu der Verstrickung der Medizin in den Holocaust und alle politischen Gewaltakte bis heute. Um die Zusammenarbeit überhaupt möglich zu machen, sicherte Lifton seinen Gesprächspartnern Vertraulichkeit und strengste Anonymität zu. So fand der gesprächsbereite ehemalige Ärzte der Konzentrationslager, die über ihre Erlebnisse berichteten.

Das Filmemacher-Duo Hannes Karnick und Wolfgang Richter wollte ursprünglich einen Dokumentarfilm drehen, der mit Archivmaterial das Leid der Opfer und die Motive der Täter deutlich machen sollte, angereichert mit Reflektionen aus der Gegenwart. Doch Liftons Geschichten waren so spannend, dass schließlich aus 15 Stunden Filmmaterial dieses Werk entstand, dass ausschließlich Lifton zu Wort kommen lässt, der sich dabei nicht nur auf die Betrachtung der historischen Hintergründe beschränkt, sondern auch die Frage nach Ethik und Moral in der modernen Medizin aufwirft.

Foto: docfilm/W-film