Oktober 2005 im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois: Zwei Jugendliche, die vor der Polizei in ein Elektrizitätswerk geflüchtet sind, kommen auf tragische Weise ums Leben. Noch in der Nacht gehen in Clichy-sous-Bois die ersten Autos in Flammen auf. Daraufhin halten gewalttätige Ausschreitungen in ganz Frankreich das Land über Wochen in Atem ...

"Das ist Krieg hier, das ist Bagdad", zitierte im November 2005 das Nachrichtenmagazin stern einen Polizisten, der Augenzeuge der Unruhen von Clichy-sous-Bois geworden war. Ausgehend von der so genannten Banlieue des Großraums Paris erfassten die Unruhen, denen der damalige französische Innenminister Nicolas Sarkozy mit hartem Auftreten der Sicherheitskräfte und der Verhängung des Ausnahmezustands entgegen trat, auch viele andere Orte. Regisseur Philippe Triboit hat die Vorfälle vom Oktober 2005 an den Originalschauplätzen der dramatischen Ereignisse und mit Laiendarstellern aus Clichy-sous-Bois in Szene gesetzt. In seinem fesselnden Mix aus Fiktion und dokumentarischem Material zieht er keine voreiligen Schlüsse und hütet sich vor einseitigen Schuldzuweisungen. Das Problem der gesellschaftlich vernachlässigten und benachteiligten Vorstädte bewegt französische Filmemacher übrigens seit Jahrzehnten, man denke etwa an Werke wie "Tee im Harem des Archimedes", "Hass" oder "Heute trage ich Rock!", die sich mit diesem seit langem gärenden Thema auseinander setzten.

Foto: arte F/Monika Jezioroswka/Cinétévé