Der Darm gilt als das wichtigste Verdauungsorgan. Doch eigentlich schenken wir ihm wenig Beachtung. Dabei sitzt in ihm der größte Teil der Immunabwehr zum Schutz vor Infektionen und Erregern. Seine Aufgabe ist es zudem, alles, was wir an Nährstoffen benötigen, aus der Nahrung aufzunehmen.

Hilfreich dabei ist die Darmflora, die hauptsächlich aus Bakterien besteht. Würde man alle Bakterien wiegen, so wären es etwa drei bis vier Kilogramm.

Die vielfältigen Aufgaben des Darms führen zu weit gefächerten Forschungsgebieten. Derzeit erforscht werden chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Therapien bei Darmkrebs-Erkrankungen und zur normalen Magen-Darm-Funktion. Die Patienten profitieren von den Ergebnissen: schonendere Behandlungen und deutlich bessere Heilungschancen.

Kennen Sie die Aussage vom "Darm als Bauchgehirn"? Öffnet man den Bauch bei einer Operation, so findet man kein Gehirn. Dennoch gibt es im Bauch Nervenstränge, "enterisches Nervensystem" genannt. Das System steht mit dem Gehirn in Verbindung und seine Rolle ist bei Magen-Darm-Erkrankungen, wie beispielsweise dem Reizdarm-Syndrom oder Morbus Crohn, unbestritten.

Der Darm wird auch Seismograph der Seele genannt. Er hat über den zehnten Hirn-Nerv eine direkte Verbindung zum limbischen System, das auch "Emotions-Zentrum" genannt wird. Darüber hinaus besteht durch Botenstoffe eine direkte Verbindung zwischen dem Magen-Darm-Trakt und dem Gehirn. Emotionale Belastungen schlagen einem regelrecht auf den Magen.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist zur Erhaltung und Wiederherstellung der Darmgesundheit unabdingbar. Durch regelmäßige Darmspiegelung kann effektiv Vorsorge betrieben werden. Die Gabe von Antibiotika ist (mit Blick auf die Darmflora) kritisch zu betrachten. Sollten Bauchbeschwerden länger anhalten, ist ein Spezialist (Gastroenterologe) aufzusuchen, der nach eingehender Untersuchung eine Diagnose erstellt und eine Therapie einleitet.