Bis Ende der 1970er-Jahre bedeutete die Diagnose Diabetes für die Betroffenen eine Menge Einschränkungen. Dazu gehörten nicht nur strenge Diätpläne, sondern auch der grundsätzliche Verzicht auf "normalen" Haushaltszucker. Das ist vorbei. Moderne Therapieformen ermöglichen Diabetikern deutlich mehr Freiheiten beim Essen. Und so darf auch Zucker verzehrt werden. Grundsätzlich steht damit beispielsweise dem heißgeliebten Besuch in der Eisdiele nichts mehr im Weg.  Wichtig ist dabei allerdings, den Genuss mit den individuellen Therapiezielen in Einklang zu bringen.

Diabetiker, die insulinpflichtig sind, können für die Kohlehydrate im Eis Insulin spritzen. Eine kleine Kugel Eis hat im Schnitt 1 bis 1,5 BE (Brot- oder Berechnungseinheiten). Allerdings sind die Eisportionierer nicht genormt. Eine große Kugel kann also schon mal 2 BE haben. Und was ist bei leckeren Kreationen mit Sahne oder Schokosauce zu tun? Holen Sie sich Rat bei den Diabetes- und Ernährungsexperten in Praxen und Kliniken. Ist der Nährwertgehalt eines Eisdielenbesuchs eingeschätzt,
gelingt der Einbau in den individuellen Therapieplan.

Und grundsätzlich ist es für die Betroffenen von Vorteil, so viel wie möglich über ihre Diabetes-Krankheit zu wissen. Mehr Wissen bedeutet auch mehr Selbstständigkeit, mehr Freiheit und mehr Lebensqualität. Und dazu gehört eben auch der Besuch in der Eisdiele. Der darf durchaus als "Belohnung" gelten. Denn der Alltag fordert gerade insulinpflichtigen Diabetikern viel ab: Täglich müssen sie den Blutzuckerspiegel messen, die Insulindosis anpassen und mehr als andere auf eine ausgewogene Mischkost mit Obst, Gemüse und Ballaststoffen achten. Da hat man sich ein Eis verdient.

Auch übergewichtige Diabetiker dürfen gelegentlich mal ein kleines Eis genießen. Das sollte jedoch auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Wer sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg zur Eisdiele macht, hat übrigens quasi nebenbei einen wichtigen Beitrag zum Therapieziel Idealgewicht geleistet.