Gerade zu Ostern plagt viele Menschen ein schlechtes Gewissen. Sie essen Eier und denken dabei an ihre Gesundheit. Denn einerseits haben Eier einen hohen Cholesterinwert, andererseits können sie mit Dioxin oder Salmonellen belastet sein. Und viele Kalorien haben sie auch noch.

Müssen wir deshalb (auch) zu Ostern auf sie verzichten?

Nein. Zumindest nicht aufgrund der Cholesterinwerte. Denn Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin. Größtenteils wird dieser wichtige Baustoff von unserem Körper selbst erzeugt – aus der Nahrung stammt nur ein Teil.

Mitte des letzten Jahrhunderts wurde erkannt, dass hohe Cholesterinwerte im Blut ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle darstellen. Auch sollen sie mitverantwortlich für Arteriosklerose, Arterienverkalkung, sein. Kurzerhand wurden cholesterinreiche Lebensmittel, allen voran Eier, als Übeltäter ausgemacht und eine cholesterinarme, eierarme Ernährung
wurde propagiert.

Heute sind sich die Experten da nicht mehr einig. So gilt es beispielsweise als erwiesen, dass eine cholesterinarme Ernährung allein kaum reicht, um den Cholesterinspiegel im Blut ausreichend zu senken. Um einer Arteriosklerose vorzubeugen, ist es aus ernährungsmedizinischer Sicht viel wichtiger, generell weniger gesättigte, tierische Fette zu verzehren.

Die "gute Butter" oder Schmalz, in dem das Omelett gebraten wird, ist weit ungünstiger als das Cholesterin aus dem Ei. Eine Ernährung mit ungesättigten Fetten hilft, die Risikofaktoren für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu reduzieren. Viel Gemüse
und Salate essen, tierische Produkte dagegen nur in Maßen. Zusätzlich regelmäßig Ausdauersport betreiben. Eine cholesterinarme Kost ist wichtig, wenn Risikofaktoren wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck vorliegen.

Also: Einmal im Jahr mehrere Eier an einem Tag – das verzeiht uns unser Körper ohne Probleme. Da sind Übergewicht
und Rauchen wesentlich ungünstiger. In diesem Sinne: frohe Ostern.