Das Sehen ist für viele der wichtigste Sinn. 83 Prozent aller Eindrücke nehmen wir mit den Augen wahr. Umso erstaunlicher ist es, dass die wenigsten ihre Augen regelmäßig kontrollieren lassen.

Gerade mit steigendem Alter kann das Sehvermögen schleichend nachlassen. Auch erhöht ist das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die unbehandelt zu Erblindung führen kann. Von der AMD sind in Deutschland rund 4,5 Millionen Menschen betroffen. Die feuchte AMD ist sogar die häufigste Ursache für Erblindung. Bei der trockenen AMD dagegen kommt es zu Eiweiß- und Fettablagerungen in der Makula, an der Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut. Betroffene bemerken die AMD erst im fortgeschrittenen Stadium durch verzerrte und unscharfe Sicht. Konturen verschwinden, Farben verblassen und Kontraste werden geringer. Flecken können im Sichtfeld auftauchen.

Ein Arzt kann die Erkrankung bereits vorher bemerken. Das verhindert Schlimmeres, denn die trockene AMD kann sich zu einer feuchten entwickeln. Das Gefäßwachstum sorgt für ein Anschwellen der Netzhaut – die vollständige Erblindung droht. Die gute Nachricht: Diese aggressive Form lässt sich gut behandeln. Moderne Medikamente hemmen direkt zwei Formen der Faktoren, die zum Gefäß- wachstum führen. Die Sehkraft bleibt erhalten, kann sogar besser werden. Das Medikament wird mit einer feinen Nadel unter örtlicher Betäubung direkt in den Augapfel gespritzt. Ein Routineeingriff. Wenige Minuten danach können Patienten wieder nach Hause gehen. Das wissen viele Menschen nicht und gehen gar nicht erst zum Arzt.

Dank der exakten Medikamenteneingabe sind Nebenwirkungen maximal reduziert. Die Injektion ist regelmäßig zu wiederholen. Praktisch: Es gibt Online-Services, die an Folgetermine erinnern. Mein Appell: Ab dem 40. Lebensjahr sollte jeder mindestens alle zwei Jahre die Augen ärztlich überprüfen lassen – auch, wenn (noch) keine Beschwerden vorliegen.