Kinder bewegen sich oft zu wenig. Die Folgen können körperliche Beschwerden sein

Kinder lieben es zu hüpfen, zu laufen und zu springen. Einen ersten Dämpfer erhält ihr Bewegungsdrang aber schon mit der Einschulung, und ab da nimmt das Sitzen von Schuljahr zu Schuljahr mehr Zeit in Anspruch. Sitzen sie dann auch noch zu Hause zu viel, kann das schlimme Folgen haben: Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts mit 17.641 Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren klagen mehr als drei viertel über Schmerzen; fast die Hälfte über Rückenschmerzen.

Bewegungsmangel sehen Ärzte oft als einen Grund dafür. Bestätigt wird dies durch eine Studie des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe: Von mehr als 1.000 befragten Grundschülern verbrachten die meisten am Tag nur eine Stunde mit Bewegung. Weitaus mehr Zeit aber verbrachten sie sitzend und liegend (jeweils neun Stunden) sowie fünf Stunden stehend. Wenn es darum geht, Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren, spielen die Eltern eine wichtige Rolle. So appelliert die Stiftung Kindergesundheit an ihre Vorbildfunktion. Am besten sei es, gemeinsam Sport zu treiben, zu radeln und zu Fuß gehen, statt alle Wege mit dem Auto zu bewältigen. Zudem brauchen Kinder genügend Bereiche, wo sie gefahrlos und weitgehend unbeaufsichtigt spielen können. Dort können sie – auch ungeplant – andere Kinder treffen, mit denen Spiel und Bewegung noch mehr Spaß machen.

Auch Sportvereine bieten diese Möglichkeit. Anfangs ist vor allem das Eltern-Kind-Turnen beliebt. Dabei können Kleinkinder in der Gruppe nach Herzenslust spielen, hüpfen, klettern, laufen und sich zu Musik bewegen. Mit zunehmendem Alter gibt es weitere Möglichkeiten. In der Regel bieten Vereine ein Schnupper-Training an, um sportliche Aktivitäten auszuprobieren. Wenn ein Freund dabei ist, macht das noch mehr Spaß. Anfangs reichen ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche. Möchte das Kind später von sich aus mehr trainieren, lässt sich das Programm ausweiten.

Bei der Suche nach der richtigen Sportart ist zu beachten, dass Ballsportarten wie Tennis, Fußball oder Volleyball hohe Ansprüche an die Koordination stellen. Beim Judo, Reiten und Schwimmen steht die einzelne Leistung mehr im Vordergrund. Wichtig ist, dass die Kinder selbst entscheiden, welche Sportart ihnen Spaß macht. Denn nur wer Freude an Sport hat, bleibt dabei – und tut damit seinem Rücken etwas Gutes. Im besten Fall schon als Kind.