Wer einmal die Bedeutung des Wortes Psychopath vor dem geistigen Auge visualisiert, sieht schnell einen Serienmörder. Schon einmal daran gedacht, dass der Boss einer sein könnte? Oder der Chef des Partners? Oder ein Bekannter? Im schlimmsten Fall ein Freund? Sicher nicht.

Doch dieser Gedanke lohnt, will man Kevin Dutton, Psychologe von der Oxford-Universität, Glauben schenken. Er sagt, dass Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung mitten in der Gesellschaft leben – und dass die Gesellschaft von ihnen profitiert.

Dutton begründet das mit einer ansteckenden Energie sowie Unzähmbarkeit, die Psychopathen erfülle. Und: mit der Eigenschaft, dass für sie alles möglich sei. Der Psychologe sagt sogar: Jeder von uns möchte ein bisschen so sein wie sie.

Dabei stützt sich der Experte auf eine große Studie, die er in Großbritannien durchgeführt hat. Darin wurden die psychopathischen Eigenschaften innerhalb der Erwerbsbevölkerung gemessen. Der psychopathischste Beruf? Firmenboss – gefolgt von Anwälten, Journalisten, Verkaufsprofis und Salesmanagern sowie Chirurgen, Polizisten, Priestern, Pfarrern und Köchen.