Mit "Georgica Pond" legen Johnnyswim ihr viertes Album vor – eins, das begeistert.

Denkt man an Paare in der Musikgeschichte, fallen einem etliche Namen ein: Sonny & Cher. John & Yoko. Ike & Tina. Und in den besten Fällen klang durch ihre Musik etwas von der Liebe hindurch, die beide füreinander empfanden – zumindest, solange es gut ging. Bei Abner und Amanda Ramirez alias "Johnnyswim" geht es gut – seit 2005. Jetzt legen die US-Künstler mit "Georgica Pond" ihr viertes Album vor.

In 14 Songs spielt sich das Ehepaar durch eine ganz Reihe an Genres, von zurückhaltendem Singer/Songwriter über traditionellen Swing und ehrlichen SüdstaatenRock bis hin zu Folk, Gospel und Country. Mal zärtlich, mal voller Spielfreude geht es da natürlich um die Liebe, aber die beiden erzählen auch Geschichten – von eben jenem "Georgica Pond" , einer Lagune in den USA, die sie in einen verwunschenen Ort verzaubern. Oder von ihren Anfängen, in "First Try", einem Song, der die Vertrautheit der beiden auf ganz wunderbare Weise ausdrückt. Oder in "Touching Heaven" von Sohn Joaquin, der 2015 geboren wurde – und der am Ende ein herrliches, halb gesungenes, halb gebrabbeltes Solo beisteuern darf. Und nicht unerwähnt bleiben darf ihre CoverVersion von Chris Isaaks "Wicked Games", eine zauberhaft ätherische Variante, ein wenig düster, aber auch heimelig und ergreifend.

Immer präsent: die butterweichen Stimmen, die sowohl das Duo als auch klassischen Satzgesang beherrschen – und die in den Hintergrund treten können, wenn es sein muss. Dabei leihen sich Johnnyswim durchaus das ein oder andere Stilelement, manchmal klingt das wie Adele, manchmal nach Pink, manchmal vorwärts treibend wie bei Mumford & Sons. Nie aber verlieren die beiden dabei ihre Eigenständigkeit. Vor allem aber ist "Georgica Pond" ein Album, das Spaß macht, weil es Abner und Amanda Ramirez hörbar Spaß macht. In Zeiten überprofessionell produzierter PopMusik eine echte Wohltat.