Fast 6400 Museen locken bundesweit jedes Jahr mehr als 112 Millionen Besucher an. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sind Museen ein toller Ort für spannende Entdeckungsreisen. prisma stellt einige der interessantesten Museen im Rheinland und in Ostdeutschland vor.

Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen: Vor gut 150 Jahren traf sich am Bahnhof Rolandseck in Remagen alles, was Rang und Namen hatte, um mit der Eisenbahn an den Rhein zu dampfen. Doch dann geriet der Bau in Vergessenheit, bis ihn in den 1970er-Jahren Künstler für sich entdeckten. Heute ist der Bahnhof Rolandseck ein Museum mit Werken des Künstlerpaares Hans Arp und Sophie Tauber-Arp aus dem 20. Jahrhundert, europäischer Malerei und Skulpturen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert sowie zeitgenössischer Kunst, etwa von Hans Richter. Wie gemacht für eine Wanderung entlang des Rheins: das 14 Kilometer lange Projekt "Skulpturenufer". www.arpmuseum.org

KOLUMBA, Köln: KOLUMBA heißt das 1853 als Diözesanmuseum gegründete Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Über Kunstwerke von der Spätantike bis zur Gegenwart erhalten Besucher Einblicke in 2 000 Jahre abendländischer Kultur. Architektonische Besonderheiten sind die Ruine der spätgotischen Kirche St. Columbia, die Kapelle "Madonna in Trümmern" sowie der vom Schweizer Architekten Peter Zumthor konzipierte Neubau. www.kolumba.de

Lehmbruck Museum, Duisburg: Schon der Immanuel-Kant-Park in unmittelbarer Nähe zum Lehmbruck Museum stimmt die Besucher mit seinen mehr als 40 Großskulpturen (etwa von Magdalena Abakanowicz und Henry Moore) auf das Thema Kunst ein. Für seine Sammlung internationaler Skulpturen der Moderne ist das Museum im Herzen von Duisburg über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Einen Teil davon bilden Werke aus dem Nachlass des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck (1881 bis 1919), der im Duisburger Stadtteil Meiderich geboren wurde. www.lehmbruckmuseum.de

Museum Kunstpalast, Düsseldorf: Im Zentrum von Düsseldorf befindet sich das 2001 neu gestaltete Museum Kunstpalast. Zum Bestand in den Räumen des ehemaligen Kunstmuseums Düsseldorf gehören unter anderem die Gemäldegalerie, die europäische Malerei aus dem 15. bis 20. Jahrhundert zeigt, sowie die "Moderne Abteilung" mit ihren mehr als 3000 Gemälden, Skulpturen, Video-Arbeiten und Rauminstallationen von 1900 bis heute. In der Abteilung Graphische Sammlung gibt es Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus acht Jahrhunderten zu sehen; die Sammlung Glasmuseun Hentrich informiert darüber, wie Glas in der Kunst verwendet wurde und wird. www.smkp.de

Museum Schnütgen, Köln: In einer der ältesten romanischen Kirchen der Domstadt residiert das Museum, zu dessen Sammlung mittelalterlicher Kunst unter anderem die einzigartige Elfenbeinschnitzerei "Heribertkamm" gehört. Zu sehen sind auch Bronzeplastiken, Goldschmiede-Objekte, Glas- und Buchmalerei sowie Textilien. Im größten Ausstellungsraum der Cäcilienkirche ist der Geist einer mehr als 1000-jährigen Geschichte zu spüren – hier können Besucher auf den Spuren Karls des Großen und der Kunst des Mittelalters wandeln. www.museum-schnuetgen.de

Museum Gunzenhauser, Chemnitz: 380 Werke des deutschen Malers und Grafikers Otto Dix (1891 bis 1969) – darunter die "Rothaarige Frau" – bilden das Herzstück der Sammlung des Kunstsammlers Alfred Gunzenhauser. Eine zweite Schlüsselfigur des Bestands in dem historischen, 2007 zum Museum umgebauten Gebäude ist Conrad Felixmüller, dessen Werke zum Expressionismus und zur Neuen Sachlichkeit gehören. Außerdem gibt es Arbeiten von Franz Radziwill, Georg Schrimpf und Gustav Wunderwald sowie von Willi Baumeister zu sehen. www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Hygiene-Museum, Dresden: Eine Reise durch den eigenen Körper erleben die Besucher der Dauerausstellung "Abenteuer Mensch". Rund 1300 Exponate erklären gewöhnliche und faszinierende Dinge des menschlichen Lebens. Die Ausstellung ist komplett barrierefrei und auf Familien ausgerichtet. Ebenfalls im Hygiene-Museum Dresden: das umgebaute Kindermuseum. Hier wird jungen Besuchern im Alter von 5 bis 12 Jahren die Welt der fünf Sinne erklärt: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen. Antwort geben große Modelle und kurze Filme. Sie ermöglichen etwa ungewöhnliche Blicke ins Innere von Auge, Ohr und Nase, auf die Zunge oder unter die Haut. www.dhmd.de

Staatliche Kunstsammlungen, Dresden: Im wahrsten Wortsinn funkelnd und schillernd präsentiert sich die Sammlung der mehr als 3000 Gold- und Juwelenexponate im Residenzschloss in der Dresdener Altstadt, umgeben von Frauenkirche und Semperoper. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, sind die Bereiche seit Mitte der 2000er-Jahre wieder zugänglich. Die Museen im Schloss umfassen Historisches und Neues Grünes Gewölbe, Kupferstich-Kabinett (mehr als 500000 Objekte), Rüstkammer (13000 Exponate) und Münzkabinett (3300 Exponate). Besucher haben Zugang zu authentisch rekonstruierten Schatzkammern wie dem Elfenbein- und dem Silbervergoldeten Zimmer. www.skd.museum/besuch/residenzschloss

Museum der Bildenden Künste, Leipzig: Eine Gruppe von Kaufleuten, Verlegern und Bankiers gründete um 1858 das Museum in Leipzig. Dank zahlreicher Stiftungen und Schenkungen gehört die Sammlung heute zu den umfangreichsten hierzulande. Das Museum umfasst mehr als 4600 Gemälde, 1 800 Plastiken, Skulpturen, Medaillen und Plaketten aus fünf Jahrhunderten. Zu den Vertretern der Kunstschaffenden gehören unter anderem Lucas Cranach der Jüngere, Frans Hals, Caspar David Friedrich sowie Max Beckmann und Max Klinger. www.mdbk.de

Ozeaneum, Stralsund: Eine Entdeckungsreise durch die Welt der Meere, ohne nasse Füße zu bekommen: Das Ozeaneum Stralsund zeigt die Unterwasserwelt des Nordens. Schwerpunkt ist die Ostsee. Dauerausstellungen geben Einblicke in den Lebensraum Meer. Das Ozeaneum beherbergt rund 50 Aquarien – in das größte passen rund 2,6 Millionen Liter Wasser. In den Aquarien leben circa 5500 Tiere von fast 150 Arten aus Nord- und Ostsee. Highlights sind die Humboldt-Pinguine sowie die in einer 20 Meter hohen Halle ausgestellten Wale, darunter ein 26 Meter langer Blauwal. www.ozeaneum.de