Wie sich auch auf engen Flächen von Terrasse, Balkon und Garten gut Möbel platzieren lassen: Eine Branchenexpertin kennt die Trends – filigran, multifunktional und farbig.

Parkähnliche Garten- und Terrassenlandschaften sind so beeindruckend wie unrealistisch. "Die meisten Menschen müssen mit drei bis vier Quadratmetern auskommen", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Nichtsdestotrotz wachse der Wunsch nach Zeit unter freiem Himmel. Kein Wunder also, dass inzwischen 70 Prozent aller Wohnungen in Deutschland einen Balkon haben, teils nachträglich angebaut, wie Geismann schildert. "Früher stand da einfach nur der Getränkekasten. Heute wird die kleinste Ecke für urlaubsähnliches Outdoor-Feeling genutzt. Gerade zu Frühlingsbeginn können es viele kaum abwarten, sich für die Draußen-Saison einzurichten."

Während Verbraucher in den vergangenen zehn Jahren eher große Möbelstücke für Balkon, Terrasse und Garten bevorzugten, liegen jetzt kleinere, filigrane Objekte im Trend. "Das sogenannte Midcentury-Design erinnert an die 1940er- bis 1960er-Jahre und folgt den Anforderungen von kleinem Raum", beschreibt Geismann. Klassiker für begrenzte Flächen seien nach wie vor Klappmöbel, insbesondere Tische und Stühle. "Die lassen sich schnell zusammenklappen und an die Wand lehnen oder ganz wegstellen, wenn man den Raum anders nutzen will", sagt Geismann.

Clevere Lösungen

Platzsparende Permanentlösungen sind Tische, seltener Stühle, die an Wand oder Balkongeländer hängend fixiert und bei Bedarf hochgeklappt werden. Clever: Erweiterungsflächen zum Aufklappen und Tisch-Sitzmöbel-Kombis zum Untereinanderschieben. Wer oft mehrere Stühle aufund wieder wegstellen möchte, kann auf Stapel-Objekte zurückgreifen. Besondere Flexibilität bieten Möbel mit (einklappbaren) Rollen zum leichten Verschieben. Höhenverstellung macht Tische für unterschiedliche Anlässe nutzbar, etwa zum Essen und als Beistelltisch für Liegen.

Für drinnen und draußen

Apropos Liegen – "ein großes Thema", sagt Geismann. Je nach baulichen Gegebenheiten befestigen Verbraucher Hängematten oder -sessel etwa an Wänden oder der Decke. Neben Liegekomfort bietet die Variante Bodenfreiheit und kann im Winter leicht abgehängt und verstaut werden. Alternativ lassen sich Hängemöbel an überwiegend beim Kauf enthaltenem Gestänge aufhängen. Nachteil: Die Bodenständer müssen sehr viel Gewicht aushalten und sind meist sehr groß. Ganz anpassungsfähig sind Sitzsäcke aus wasserfestem, leicht abwaschbarem Außenmaterial und mit leichter Füllung – bequem zu tragen und in die gewünschte Form zu bringen. Geismann: "Die kann man einfach wieder mit reinnehmen und drinnen nutzen."

Pfiffige Ideen für mehr Stauraum

Um insbesondere Nischen optimal zu nutzen, eignen sich Eckbank-Lösungen, die fest nach Maß eingepasst werden. Weiterer Pluspunkt: Sitzfläche, etwa, wenn sich diese hochklappen lässt. "Es gibt auch noch weitere Tisch- und Sitzvarianten mit integriertem Stauraum wie zum Beispiel Schubladen, in denen zum Beispiel Kissen und Auflagen verschwinden", sagt Geismann. Auch pfiffig: Multifunktionales. Pflanzkübel haben Stauraum, Hocker wandeln sich zum Tisch, Liegen zu Bänken, Daybetten zu Sofas mit Tisch und Sonnenschirme zu Heizstrahlern oder Lampen.

Einige Möbelhersteller bieten separate Stauräume für Möbel an, zum Beispiel als Boxen oder Schrank. Dieses Nischenprodukt schafft zwar Ordnung und schützt die Möbel vor Einflüssen von Wetter und Tieren – braucht aber wertvollen Platz. Geismann: "Besser sind atmungsaktive Kunststoff-Hüllen, die man über die Möbel wirft." Sie halten Staub und Schmutz fern. Die gängigen Materialien für Outdoor- Möbel sind ohnehin überwiegend beständig gegen Frost und Nässe und bestehen zu gleichen Teilen aus Holz, Metall und Kunststoff. "Holzmöbel sind ausladender als Metallmöbel, deshalb eignen sie sich bis auf Eckbanklösungen schlecht für kleine Flächen." Häufig kommen Mixe aus Kunststoff (lässt sich schlechter klappen) und Aluminium oder witterungsbeständigen Textilien zum Einsatz. Rattan-Optik erzeugt eine Kunststoff- Flechtwerkfaser – das echte, sehr empfindliche Weidengeflecht eignet sich nur für Innenräume.

Und welche Formen liegen im Trend? "Da sind sich die Leute nach wie vor uneins", sagt Geismann. "Eckig scheint praktischer, weil an einer Fläche von 60 mal 60 Zentimetern vier Personen sitzen können. Bei 60 Zentimeter Durchmesser bei runder Fläche wird das schon eng." Einfacher ist die Tendenzbestimmung bei Farben: "Es wird bunt draußen", sagt Geismann. "Weißer Kunststoff, Grautöne, Holzfarbe – das ist nicht mehr in."