Sie ist ein verdächtiges Nachtschattengewächs, das in der Bibel nicht erwähnt wird und folglich "höllisch erregend" sein muss. Schließlich stammt die Kartoffel aus derselben Familie wie das berüchtigte "Hexenkraut".

Es brauchte seine Zeit, bis sich der Erdapfel in unseren Breitengraden durchsetzen konnte. Ursprünglich als Mitbringsel aus der "Neuen Welt" nach Europa importiert, musste die tolle Knolle mit einigen Geburtswehen kämpfen, ehe sie ihren festen Platz auf den Speiseplänen der Menschen sicherte. Zunächst hatten viele Unwissende versucht, die Pflanze selbst anstatt ihrer Knolle zuzubereiten. Keine gute Idee!

Doch auch der Erdapfel selbst barg Tücken. Das in der Schale enthaltene Solanin führte oft zu Kopf- oder Magenschmerzen bei den Konsumenten. Zudem traf die ursprüngliche Kartoffel nicht überall den Geschmack der Menschen. Es war Friedrich der Große (1712- 1786), der schließlich mit seinen "Kartoffelbefehlen" dafür sorgte, dass sein liebstes Erdgewächs in unseren Breitengraden großflächig angebaut wurde. Doch erst einige Hungersnöte waren nötig, damit die Kartoffel endlich ihren Siegeszug antreten konnte.

Heute ist die Knolle aus unseren Speisekammern nicht mehr wegzudenken. Deutschland gehört zu den zehn größten Kartoffelproduzenten in der Welt. Egal, ob als Pommes, Chips, Kroketten, Folien- oder klassische Salzkartoffel – das einstige Aphrodisiakum wird als Gaumenfreude wahrgenommen. Ohne allzu große Fettzugabe ist die Feldfrucht zudem ein gesunder Cocktail aus Vitaminen, Stärke, Kalium und Eiweißen. Und im Gegensatz zu anderen Grundnahrungsmitteln lässt sie sich in unzähligen Varianten genießen. Als heiße und würzige Suppe im Winter, als leichte Grillkartoffel mit Quark, gebraten, gebacken, im Speckmantel oder als Salat. Man könnte die Kartoffel wahrscheinlich 365 Tage im Jahr auf 365 unterschiedliche Arten zubereiten. Am besten, wir fangen heute schon damit an.

Rezept: Kartoffel-Auflauf mit getrockneten Tomaten und Rucola

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 1,6 kg Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 1 rote Paprika
  • 6 Eier
  • 250 ml Milch
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 50 g getrocknete Tomaten
  • 1 Bund Rucola
  • 3 TL Paprikapulver, edelsüß
  • 1 TL Salz weißer Pfeffer
  • etwas Olivenöl

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und in feine Scheiben schneiden. Paprika waschen, putzen und fein würfeln. Rucola waschen und trockenschleudern. Eine große Auflaufform mit etwas Olivenöl ausfetten. Kartoffeln in die Form schichten und gut andrücken. Paprikawürfel und getrocknete Tomaten darüber streuen. Eier und Milch in einer Schüssel verquirlen. Knoblauch, Salz und Paprikapulver hinzugeben. Mit Pfeffer abschmecken. Die Eiermasse über den Kartoffeln verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C ca. 40–50 Minuten goldbraun backen. Zusammen mit dem Rucola servieren.