Es gibt kaum einen Tag, an dem Alfons Schuhbeck nicht über Gewürze spricht. Über die zellschützende Wirkung von Kurkuma, die desinfizierende Wirkung der Nelke oder die Cholesterin senkende Wirkung von Ingwer.

Doch manchmal – und wer seine TV-Auftritte verfolgt, weiß das – spricht er nicht über Gewürze, sondern mit ihnen – und fragt den Ingwer vor dem Hacken freundlich, aber eher rhetorisch, ob er mit hinein mag in das Gericht. Mit dieser Leidenschaft hat sich der 69-Jährige seine Unternehmen aufgebaut – und ein Großteil davon befindet sich mitten in München am "Platzl", gleich ums Eck von Hofbräuhaus und Dallmayr. Hier liegen die Südtiroler Stuben und das Orlando, seine Eisdiele, sein Teeladen und – natürlich – sein Gewürzladen.

Und wer Schuhbeck werktags in der Küche vermutet, ahnt spätestens jetzt: Hier ist er nicht immer. Stattdessen ist er oft auf dem Sprung, von einem Laden zum anderen, das Handy am Ohr oder einen Geschäftspartner an seiner Seite. Die Motivation dahinter? Geld sicher nicht, sagt er, wenn man ihn danach fragt. "Dann hätte ich was anderes machen müssen." Und selbst, wenn man diesen Satz beim Blick auf das Platzl bezweifeln darf, blitzt aus seinen Augen diese Neugier, die ihn auch dazu gebracht hat, einen Immunologen, einen Kardiologen und einen Pharmazeuten einzustellen, die Forschung betreiben. Und wer mit ihm über Gewürze spricht, wird erschlagen von einem Fachwissen, das nicht angelesen sein kann, sondern aus Gesprächen stammt. Und reden, auch das wird bei einem Besuch deutlich, tut Alfons Schuhbeck mindestens genauso gerne und gut wie kochen.