Seit Jahrtausenden trinken Menschen Tee – sei es zum Genuss oder aus gesundheitlichen Gründen. Seit wann genau, ist zwar nicht belegt, sicher ist aber, dass es in China schon im Jahr 221 v. Chr. eine Teesteuer gab. Nach Europa kam der Tee allerdings erst im 17. Jahrhundert – und zwar über die Niederlande, von wo auch unser Begriff für diesen Aufguss stammt. Heute allerdings ist Tee auf der ganzen Welt beliebt – und er bringt uns noch immer zum Staunen, wie unsere fünf Tee-Fakten zeigen.

1. Tee ist Tee

Dieser Satz stimmt zumindest, wenn es um die Pflanze geht, aus der alle Tees (Kräutertees ausgenommen) entstehen: die Camellia sinensis. Was für ein Tee aus ihr entsteht, entscheidet die Weiterverarbeitung. Während weißer Tee nur getrocknet wird, lässt man grünen Tee vorher in Eisenpfannen über Feuer welken. Schwarzer Tee wiederum oxidiert auch noch, indem er gerollt wird, wodurch Blattsaft und Öle austreten und mit Sauerstoff reagieren.

2. Koffein ist nicht gleich Koffein

Das vor allem in schwarzen und grünen Tees vorhandene Koffein (Teein) ist gut wasserlöslich. Wie viel davon allerdings im Tee landet, ist eine Frage der Ziehzeit, wie ein Test von 2007 zeigt, den Deng-Jye Yang von der China Medical University durchgeführt hat: Je länger die Ziehzeit und je heißer das Wasser, desto mehr Koffein löst sich. Aber: Mit zunehmender Ziehzeit sinkt der Anteil an physiologisch wirksamem Koffein – und auch die beruhigende Aminosäure Theanin löst sich erst nach einigen Minuten. Wie Tee genau wirkt, ist noch nicht exakt erforscht, grundsätzlich gilt aber: Wer einen anregenden Tee will, sollte auf eine kurze Brühzeit mit vielen Blättern setzen.

3. Sauber heißt nicht sauber

Reinigt man Teekannen nun richtig oder spült man sie nur mit heißem Wasser aus, damit sie "Patina" ansetzen können? Hier spaltet sich das Lager der Teekenner. Sicher ist: Grobporige Kannen, etwa aus Ton, sollten nicht mit Spülmittel sauber gemacht werden, das kann sich festsetzen. Ob die "Patina" in anderen Teekannen den Geschmack jedoch positiv beeinflusst oder nicht, scheint – so unsere Recherchen – eher eine Glaubensfrage zu sein. Wer sie loswerden will: Zitronensaft, Backpulver, Soda oder sogar Gebissreiniger helfen ...

4. Tee ist wie Wein

Natürlich handelt es sich um zwei völlig verschiedene Getränke, doch von Experten werden sie inzwischen gleich behandelt. Soll heißen: So wie es beim Wein Sommeliers gibt, gibt es beim Tee sogenannte "Tea Master" – eine Qualifikation, die nur bekommt, wer nach entsprechender Ausbildung 20 Teesorten nach Geschmack und Geruch (mit verbundenen Augen) sowie Aussehen des Blattes in nassem und trockenem Zustand erkennt. Immer mehr hochklassige Hotels leisten sich solche Experten – so beispielsweise das Ritz-Carlton in Berlin oder das Upstalsboom Hotel Deichgraf an der Wesermündung.

5. Viel hilft nicht viel

Glaubt man einschlägigen Artikeln, dosieren die meisten ihren Tee zu hoch. Hier scheint weniger also mehr zu sein. Zwar gibt es immer wieder Versuche, die "perfekte Rezeptur" für alle Sorten zu finden, Experten raten davon jedoch ab. Ein Problem: das Gewicht. Ein Teelöffel Broken-Tee etwa (maschinell zerkleinerter Tee) wiegt das Doppelte wie ein Teelöffel Ganzblatt-Tee. Daher: die Dosierungsanleitung beachten oder im Geschäft um Rat fragen.