Wer seine Kosmetik selbst herstellt, spart Geld und chemische Zusatzstoffe.

Die Inhaltsstoffliste der meisten Kosmetikprodukte ist lang: viel Chemie, wenig Natur. In den vergangenen Jahren gerieten Kosmetika immer wieder wegen ihrer Zusätze in die Schlagzeilen: Mineralöle in Cremes, Aluminium im Deo. Oft wissen Verbraucher nicht einmal, was sich hinter den Abkürzungen auf dem Duschgel- oder Shampoo- Etikett verbirgt. Bei selbsthergestellten Schönheitshelfern weiß man dagegen ganz genau, was drin steckt. Komponenten sowie Textur und Geruch können frei bestimmt werden. prisma gibt Tipps für Einsteiger: Über diese Rezepte freuen sich Haut und Haar.

Gesichtswasser Sehr einfach und schnell lässt sich ein Gesichtswasser selbst herstellen. Benötigt werden lediglich drei Zutaten: grüner Tee, Rosenwasser und Teebaumöl. Die beiden letzten Zutaten gibt es in größeren Drogeriemarktketten oder in der Apotheke. Wer will, kann hier auf Bio-Produkte setzen. Den grünen Tee mit kochendem Wasser aufgießen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag einfach mit den restlichen Zutaten in eine ausgekochte Glasflasche geben. Das Mischverhältnis sollte wie folgt aussehen: zwei Drittel grüner Tee, ein Drittel Rosenwasser und ungefähr fünf Tropfen Teebaumöl. Wer zu unreiner Haut neigt, nimmt mehr Teebaumöl.

Haarspülung Eine sogenannte „saure Rinse“ ist eine Essigspülung für die Haare. Sie ist gut geeignet, um Silikone und andere Rückstände auszuspülen. Dafür in einen Behälter etwa einen Liter kühles Wasser und zwei bis drei Esslöffel Essig oder Zitronensaft füllen. Am besten einen fruchtigen Essig verwenden, beispielsweise Apfelessig. Die saure Rinse sollte einige Minuten einwirken und dann mit kaltem Wasser ausgespült werden – so werden die Haare besonders glatt und glänzend. Heißes Wasser würde die Haarstruktur wieder aufrauen.

Gesichts- und Haarmaske Avocado ist eine echte Wunderwaffe gegen trockene Gesichts- und schuppige Kopfhaut. Für eine Maske, die sowohl im Gesicht als auch auf dem Kopf aufgetragen werden kann, braucht man eine reife Frucht, einen Teelöffel Naturjoghurt und einen halben Teelöffel Honig. Die Avocado pürieren und mit den restlichen Zutaten mischen. Nach zehn Minuten Einwirkzeit ab- oder ausspülen.

Creme für normale Haut Für die eigene Gesichtscreme sieht die Zutatenliste folgendermaßen aus: zehn Gramm Bienenwachs (erhältlich im Reformhaus), 15 Gramm Kakaobutter, 60 Milliliter Mandelöl, 40 Milliliter Distelöl und 40 Milliliter destilliertes Wasser. Alle Inhaltsstoffe im Wasserbad auf 60 Grad erhitzen und vermischen. Das destillierte Wasser zum Kochen bringen und löffelweise in die Masse unterheben. So lange rühren, bis das Wasser vollständig aufgenommen worden ist. Die Creme muss etwa 15 Minuten abkühlen, dann kann sie in ein gut verschließbares Glas gefüllt werden.

Lippenbalsam Für raue Lippen kann je nach Geschmack und Duftvorliebe ein eigener Lippenbalsam gefertigt werden. Für die Basis einen Teelöffel Kokosöl, einen Teelöffel Mangobutter und einen Teelöffel Bienenwachsperlen (erhältlich im Reformhaus) mischen. Alles zusammen unter Rühren im Wasserbad erwärmen, bis die Komponenten flüssig sind. Die Masse etwas abkühlen lassen und dann fünf Tropfen eines ätherischen Öls dazugeben – beispielsweise Rosen-, Grapefruit- oder Rosmarinöl. Den Lippenbalsam in einen verschließbaren Tiegel füllen.

Hygiene bei der Herstellung Wer seine Kosmetik selbst herstellt, sollte unbe dingt auf ausreichende Hygiene achten, ansonsten besteht die Gefahr, dass Keime in die Produkte geraten. Deshalb vor der Verarbeitung der Zutaten die Hände waschen und die Haare zusammenbinden. Arbeits flächen und Geräte – wie beispielsweise den Mixer – vor Gebrauch desinfizieren beziehungsweise abgekochen.

Kühle Lagerung, schnell verbrauchen Sind die Tiegel und Flaschen fertig befüllt, gehören sie in den Kühlschrank. Auch dann aber halten sich die meisten Produkte aus Eigenherstellung nur wenige Tage. Falls sich die ursprüngliche Konsistenz merklich ändert, sich die Masse verfärbt oder unangenehm riecht, ist Vorsicht geboten: Die Cremes oder Flüssigkeiten könnten verdorben sein – vor allem, wenn Zutaten aus der Küche zum Einsatz gekommen sind.