Pro Sekunde landen 313 Kilo Essen unnötig im Müll. Auch mit Kleidung gehen viele sorglos um. Tipps für bewusstes Einkaufen.

Das große Wegschmeißen. So betitelte die Umweltstiftung WWF Deutschland eine Studie aus dem Sommer vergangenen Jahres, nach deren Ergebnissen Verbraucher hierzulande pro Jahr mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgen – nahezu ein Drittel des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs der Deutschen. Und weit mehr als die Hälfte, fast zehn Millionen Tonnen, wären noch genießbar. Pro Sekunde landen laut Studie 313 Kilogramm Essen unnötigerweise im Müll.

"Umgerechnet bedeutet dies, dass jährlich 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche 'umsonst' bewirtschaftet werden. Hinzu kommen unnötig freigesetzte Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen", so die WWF-Stellungnahme.

So vermeiden Sie, dass Essen verdirbt

Zum bewussten und damit ressourcenund umweltschonenden Einkaufen hat die Verbraucher Initiative in Berlin einige Tipps:

  • nur die Zutaten kaufen, die planmäßig verarbeitet werden. Lebensmittel, zu denen es noch keine Verwertungsidee gibt, verderben oft ungenutzt.
  • mehrmals pro Woche einkaufen gehen, dann sind die Lebensmittel frischer
  • mit Einkaufszettel fokussiert an den Regalen entlanggehen, nichts aus einer Laune heraus mitnehmen
  • nicht hungrig oder mit Appetit einkaufen gehen
  • auf dem Markt oder beim Gemüsehändler kaufen – das garantiert Frische und die passenden Mengen, da jedes Stück einzeln angeboten wird statt in Mehrfach-Packungen
  • Schnäppchen-Angebote ignorieren – sie verführen dazu, mehr zu kaufen, als benötigt wird
  • Barzahlung wahrt den Überblick über die Ausgaben – Kartenzahlung verleitet zu unbedachten Einkäufen

Der Kauf regionaler Produkte fördert zudem die Wirtschaft vor Ort und verhindert überflüssigen CO2Ausstoß durch einen langen Transport. Bio zu kaufen ist löblich, aber bitte gemäß der Saison. Im Winter sind das etwa Butterrüben, Champignons, Fenchel, Grün- und Rosenkohl, Lauch, Pastinaken, Schwarz wurzeln, Wirsing, Äpfel und Quitten, Chicorée sowie Endivienund Feldsalat.

Fair gehandelte Lebensmittel sind an dem "Fairtrade"-Logo zu erkennen und garantieren die Einhaltung von weltweit gültigen Standards wie stabile Preise, sichere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz.

So stoppen Sie den Sammelwahn

Eine Milliarde Pullover, Hosen und Co. liegen laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie ungenutzt in Deutschlands Schränken: durchschnittlich 118 Teile bei Frauen, 73 bei Männern, ohne Strümpfe und Unterwäsche.

Den Sammelwahn eindämmen können Verbraucher laut Greenpeace-Textilexpertin Kirsten Brodde so:

  • Kaputtes zu Schuster oder Schneider bringen oder selbst flicken, nicht direkt ersetzen
  • Kleidung unter Freunden oder in Online-Communitys tauschen oder in "Mode-Bibliotheken wie www.kleiderei.com abgeben und mieten oder
  • auf dem Flohmarkt, im Internet oder im SecondhandLaden verkaufen
  • gut Erhaltenes verschenken statt wegwerfen