Nicht wenigen Menschen geht der Konsum zu Weihnachten ziemlich gegen den Strich. Doch es geht auch anders – mit unseren nachhaltigen und sinnvollen Geschenkideen. Frohes Fest!

266 Euro will jeder Deutsche durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Mit 54 Prozent ganz oben auf der Liste: Geld oder Gutscheine. Nicht besonders kreativ, oder? Vor allem aber: nicht immer besonders nachhaltig. Wir haben uns deshalb auf die Suche nach sinnvollen Weihnachtsgeschenken gemacht – für Menschen, die schenken und Gutes tun wollen. Und für Menschen, die schon alles haben.

Es gibt Zahlen, die will man eigentlich gar nicht kennen. Zum Beispiel diese: 320.000 Kaffeebecher landen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit im Müll. Jede Stunde. Coffee to go liegt im Trend – ob als klassischer Filterkaffee oder als Soja-Latte mit Aroma. Doch es geht auch anders. Die meisten Coffeeshops füllen den Kaffee nämlich problemlos auch in mitgebrachte Kaffeebecher ab. Und hier kommt der Bamboo-to-go-Becher ins Spiel. Bestehend aus Bambusfasern und Maismehl ist er biologisch abbaubar und trotzdem langlebig, spülmaschinenfest – und sieht auch noch gut aus, Wachmacher-Sprüche wie "Fresst meinen Sternenstaub, Ihr Langeweiler!" inklusive. Zu bestellen auf www.shop.gwbi.de für knapp 15 Euro.

Tiere als Weihnachtsgeschenk? Nicht immer eine gute Idee. Doch nicht nur Haustiere machen Freude. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Ziege? Oder einem Kalb? Oder einem Schaf? Bevor Sie sich jetzt im Garten nach einem passenden Platz für den neuen Mitbewohner umschauen: Natürlich werden diese Tiere nicht wirklich als Geschenk verpackt – sie sind ein Symbol für die Arbeit der Hilfsorganisation Oxfam. Mit ihnen helfen Sie Menschen, denen es am Nötigsten fehlt, zum Beispiel mit einem Nutztier, einer Latrine oder einem Klassenzimmer. Der "Beschenkte" selbst bekommt eine Grußkarte mit lustigem Kühlschrankmagneten und die Menschen vor Ort das eigentliche Geschenk. Los geht's bei 9 Euro für ein Huhn, ein Brunnen kostet 1600 Euro. Zu bestellen online auf unverpackt.oxfam.de oder in einem von 50 Oxfam-Shops bundesweit.

Als "steinerne Wildnis" hat Autorin Esther Kleppen die Stadt einmal bezeichnet. Und tatsächlich: In vielen Städten wäre noch viel zu tun in Sachen Lebensraum. Das haben sich auch Derk Niemeijer, sein Cousin Jan und ihr Kommilitone Torge Kahl aus Nordhorn gedacht und vor einigen Jahren das Projekt "Die Stadtgärtner" gegründet. Ihr Ziel: "Unsere Stadt muss grüner werden!" Und dafür verkaufen die "Blumenattentäter", wie sie das Enorm-Magazin einmal nannte, unter anderen sogenannte "Samenbomben", kleine Pakete aus Erde, Tonpulver, Wasser – und natürlich Samen. Diese Bomben kann man im Frühjahr einfach in die Gegend werfen, damit daraus später etwas Schönes wächst. Die Sorten: unter anderem "Bienenschmaus", "Wildkräuter" oder "Schmetterlingswiese". Der Preis: schlanke 8,50 Euro. Im Internet unter www.diestadtgaertner.de erhältlich.

Apropos Grünzeug: Noch ein Trend, der in den letzten Jahren um sich gegriffen hat, sind grüne Smoothies. Doch woher bekommt man eigentlich all die so gesunden Zutaten, die neben Obst und Gemüse noch in den Drink sollen? Die ganzen Kräuter zum Beispiel? Aus dem Wald. Woher genau, das wissen Menschen wie Celia Nentwig aus Düsseldorf. Sie bietet sogenannte Kräuterwanderungen und -seminare an, auf denen man nicht nur viel über die Pflanzen erfährt, sondern auch lernt, was sich damit alles anstellen lässt. Celia Nentwigs Events gibt es unter www.krauter-sinn.de, weitere Angebote findet man im Internet unter dem Stichwort "Kräuterwanderungen".

Immer mehr Supermärkte gehen inzwischen dazu über, ihre Plastiktüten abzuschaffen – oder dafür Geld zu nehmen. Doch warum nicht gleich ganz darauf verzichten? Stoffbeutel sind doch eigentlich viel praktischer – und nachhaltiger noch dazu! Eine besondere Variante gibt es beim Öko-Label "Manomama": die Stofftasche "Weniger to go. Mehr to stay.", die komplett aus ökologischen Materialien besteht. So wie übrigens das ganze Bekleidungssortiment des Augsburger Unternehmens auch. Wer also noch auf der Suche nach Hose oder Hemd ist, wird hier vielleicht auch fündig. Die Tasche gibt es auf www.manomama.de für 4,90 Euro.

Geldgeschenke? Klingt auf den ersten Blick so gar nicht weihnachtlich – und sinnvoll auch nur bedingt. Doch denken Sie mal an Nobelpreisträger Muhammad Yunus. Er bekam diese Auszeichnung, weil er Menschen Geld geliehen hatte, seine "Grameen Bank" gab sogenannte Mikrokredite aus, die Menschen aus armen Verhältnissen dabei helfen sollten, eine eigene Existenz aufzubauen. Heute, zehn Jahre später, kann das jeder. Auf Plattformen wie www.kiva.org können Sie und ich Geld verleihen, allerdings nicht an irgendwen, sondern an ganz konkrete Projekte aus dem Gesundheits-, Entwicklungs- oder Ernährungsbereich. Und wer solche Kleinstkredite nicht selbst vergeben, sondern verschenken will: Das Unternehmen bietet mit den "Kiva Cards" auch Geschenkgutscheine an.

Schuhe sind ein ziemlich unbeliebtes Weihnachtsgeschenk, wohl auch, weil Geschmack und Größe durchaus ein Risiko bergen können. Doch mit dem richtigen Anbieter werden sie zu einem echten Highlight. So wie bei "Toms Schuhe", einem 2006 von Blake Mycoskie gegründeten Onlineshop. In einem Dorf in Argentinien lernte er Kinder kennen, die keine Schuhe hatten, um ihre Füße zu schützen. Da er ihnen helfen wollte, gründete er sein Unternehmen, das bei jedem verkauften Paar Schuhe einfach ein Paar obendrauf legt: für ein Kind in Not. Nach dem Motto: "One for One". Die Idee ist also ganz einfach: Auf www.shoptoms.de ein Paar Schuhe kaufen – und damit gleichzeitig ein Kind glücklich machen, das ebenfalls ein Paar braucht. Ideen braucht der Mensch.

Bei Insekten scheiden sich die Geister: Die einen wollen sie partout nicht in der Wohnung haben, die anderen freuen sich über jeden kleinen Nützling, den sie entdecken können. Und gerade in Städten sorgen Insekten sogar für Ordnung, sie fressen weggeworfene Lebensmittel und andere Abfälle und unterstützen uns so dabei, unseren Lebensraum sauber zu halten. Wer für die kleinen Helfer etwas tun will, kann das mit so genannten "Insektenhotels", Nisthilfen, die sich wie Vogelkästen ganz einfach, beispielsweise an Bäumen, befestigen lassen. Insektenhotels gibt es ab rund 25 Euro, online zum Beispiel in den Shops des BUND auf www.bundladen.de und des NABU auf www.nabu-natur-shop.de oder im Baumarkt.

Gutscheine stehen zu Weihnachten Jahr für Jahr ganz oben auf den Geschenke-Ranglisten. Doch es muss nicht immer ein Einkaufsgutschein sein. Wie wäre es mal mit "Zeit statt Zeug"? Hinter diesem Projekt steht die Agentur "Scholz & Volkmer" aus Wiesbaden. Sie bietet auf www.zeit-statt-zeug.de viele Ideen für gemeinsame Unternehmungen. "Fotos gucken statt Fotoapparat" zum Beispiel. Oder "Stricken beibringen statt Pullover". So wird aus Weihnachten tatsächlich wieder ein Fest der Gemeinsamkeiten. Und das Beste: Günstig ist diese Art des Schenkens auch noch. Sie kostet nur: Zeit.

Apropos Zeit und Grünzeug: Wie wäre es, beides miteinander zu verbinden? Das Problem? Nicht jeder hat einen Garten oder großen Balkon zu Hause. Die Lösung: Start-ups wie "Ackerhelden" (www.ackerhelden.de), die in vielen deutschen Städten Mietgärten anbieten. Auf rund 40 Quadratmetern werden vorab etliche Bio-Jungpflanzen angebaut und professionell vorbereitet, zwischen Mai und November können die Hobbygärtner dann loslegen. Kosten bei den Ackerhelden: 299 Euro pro Jahr, wobei der Ernteertrag bei mehr als 500 Euro liegen soll. Unter www.meine-ernte.dewww.bauerngarten.net oder www.gartenpaten.org finden Sie weitere Anbieter.