Heizungen sind die größten Energieschlucker in jeder Wohnung. Jedes Grad mehr oder weniger steigert beziehungsweise senkt den Verbrauch um rund sechs Prozent. Da zahlt es sich schnell aus, so oft wie möglich die Raumtemperatur auf das Minimum zu senken. Das liegt bei 16 Grad. Kühler sollte es nicht werden. Sonst droht Schimmel.

Gradgenau einstellen lässt sich die Temperatur über die Thermostate. "Die Zahl auf einem Standard-Thermostat gibt nicht an, wie heiß der Heizkörper wird, sondern wie warm der Raum werden soll", erklärt Energieberater Florian Bublies von der Verbraucherzentrale NRW. Energie sparen lässt sich nach seinen Angaben vor allem, wenn die Temperatur nachts und bei Abwesenheit abgesenkt wird.

"Wer beim Aufstehen alle Thermostate hochdreht und vor der Arbeit wieder herunter, beim Heimkommen wieder rauf und nachts wieder runter, der macht alles richtig – ist aber auch ganz gut beschäftigt", sagt Bublies.

Einfacher Umbau – auch für Laien

Wem dies zu aufwändig ist, der kann innerhalb von Minuten und mit wenigen Handgriffen herkömmliche Thermostate gegen hochmoderne, programmierbare Modelle austauschen. Der Umbau ist auch für Laien problemlos möglich. Mieter, die sich dafür entscheiden, sollten allerdings das alte Thermostat aufbewahren, weil der Vermieter nach dem Auszug verlangen kann, die Heizung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen.

Programmierbare Thermostate sind kleine Geräte, die statt der Standard-Thermostate an die Heizkörper montiert werden. Sie messen die Raumtemperatur und steuern das Heizkörperventil mit einem elektrischen Stellantrieb. Es bleibt aber jederzeit möglich, von der Programmierung abzuweichen und von Hand eine andere Temperatur zu wählen.

Diese Thermostate können grundsätzlich an allen Heizkörpern angebracht werden. Meist liegen den Geräten mehrere Adapter für unterschiedliche Befestigungsarten bei. Mit Strom werden die meisten Modelle über Batterien versorgt, die etwa alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden müssen. Manche Thermostate brauchen aber keine Batterien, weil sie ihre Energie aus der Umgebungswärme oder dem Umgebungslicht gewinnen. Die einfachsten Varianten kosten kaum mehr als die von Hand zu bedienenden Standard-Thermostate – sie sind ab etwa zehn Euro erhältlich. Modelle mit mehr Funktionen sind teurer. Hier gibt es Lösungen ab 35 Euro pro Thermostat.

Die Modelle unterscheiden sich vor allem darin, wie viele verschiedene Tagesprofile sich einstellen lassen, zum Beispiel für Arbeitstage, Samstage und Sonntage. Auch die Zahl der unterschiedlichen Heizphasen pro Tag ist unterschiedlich. Wer die Temperatur mehrfach am Tag hoch- und wieder herunterfahren möchte, braucht entsprechend viele Phasen. Manche Thermostate erlauben auch mehrere Wochenprofile, was vor allem für Arbeitende im Schichtdienst vorteilhaft ist.

Steuerung per Smartphone

Einige Modelle regeln bei schnellem Temperaturabfall den Heizkörper automatisch für eine bestimmte Zeit ab. So wird verhindert, dass während des Lüftens Energie verschwendet wird. Flexibler sind Thermostate, die mit separaten Fensterkontakten kombiniert werden. Sie erkennen, wann Türen oder Fenster geöffnet und geschlossen werden, und steuern entsprechend herauf oder herunter.

Die meisten programmierbaren Thermostate werden direkt am Heizkörper bedient. Es gibt aber auch Varianten, die eine Einstellung per Funk ermöglichen – zum Beispiel über eine App im Smartphone. Eine andere Möglichkeit sind vernetzte Thermostate im Smart Home, dem steuerbaren Zuhause, die auch von unterwegs gesteuert werden können.

Welches System sinnvoll ist, hängt vom Alltag ab. Wer zu regelmäßigen Zeiten unterwegs ist, fährt mit programmierbaren Thermostaten gut. Wer eher spontan kommt und geht, ist mit einer sogenannten Smart-Home-Lösung besser bedient. Diese Modelle sind als Sets mit zwei bis fünf Thermostaten für 130 bis 400 Euro erhältlich. Manche programmierbare Thermostate lassen sich auch nachträglich in ein Smart Home einbinden. Wer eine solche spätere Vernetzung mit anderen Anwendungen in Erwägung zieht, sollte beim Kauf auf diese Möglichkeit achten.

Vernetzte Thermostate werden über eine zentrale Steuereinheit kontrolliert, das sogenannte Gateway. So können sie auch mit anderen Geräten wie elektrischen Rollläden oder Bewegungsmeldern kombiniert werden. Die meisten Modelle lassen sich von unterwegs über das Internet steuern, beispielsweise per App, können aber auch so eingerichtet werden, dass sie nur lokal über das eigene WLAN erreichbar sind.

Systeme lernen mit der Zeit

Das eigentliche Thermostat am Heizkörper funktioniert dann ähnlich wie beim programmierbaren Thermostat. Die Wunschtemperatur wird aber an der zentralen Steuereinheit oder über PC, Tablet oder Smartphone eingegeben. Neben den Thermostaten können weitere Sensoren die Temperatur überwachen. Manche Systeme lernen mit der Zeit, wie schnell ein Raum die gewünschte Temperatur erreicht und beginnen immer passender mit der Aufheizphase.

Gerade im drahtlosen Smart Home müssen die Nutzer ihre Daten und Anwendungen aber gut vor unbefugtem Zugriff schützen. Deshalb sollten ausschließlich Funksysteme mit verschlüsselter Übertragung genutzt werden. Alle Einstellungen sollten zudem durch ein starkes, regelmäßig geändertes Passwort geschützt sein.