Polka-Dots gelten als verspielt und mädchenhaft. Im großformatigen Schwarzweiß-Print kommt der Klassiker in dieser Saison so cool und erwachsen wie nie daher.

Französische Frauen lieben sie auf fließenden Stoffen, Disneys Minnie Maus hat sie bereits in den 1920er Jahren zum Markenzeichen erklärt und Wins ton Churchill trug sie gern auf der Fliege um den Hals: Polka-Dots sind der Klassiker unter den Prints. Das gepunktete Muster steht für mädchenhaft verspielte Weiblichkeit und einen Hauch von Vintage-Charme. Man denkt an Marilyn Monroe in zarten Chiffon-Kleidern und flatternde Seidentücher in offenen Cabriolets. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben die großen Designer Polka-Dots für sich entdeckt. Allen voran Christian Dior brachte in den 1950er-Jahren bei seiner legendären "New Look"-Kollektion gepunktete Kleider auf den Laufsteg.

Statement-Teile als Hingucker

In der aktuellen Saison erfährt das beliebte Muster ein aufsehenerregendes Revival – und kommt so urban und lässig wie nie daher. Ein Blick auf die Straßen der wichtigsten Fa shion- Metropolen zeigt: Statt niedlicher Pünktchen zieren großformatige Polka-Dots Blusen, Shirts und Röcke. Besonders die monochrome Farbwahl in Schwarz und Weiß gibt dem Print-Klassiker den extra Coolness-Faktor und sorgt für einen erwachsenen, gradlinigen Look. Statt an Minnie Maus erinnern die flächendeckenden Punkte eher an die vierbeinigen Stars des Disney-Kultfilms "101 Dalmatiner". 2018 wird das Lieblingsmuster unserer Kindheit endlich fashiontauglich. Trendsetterinnen setzen auf Statement-Teile als Hingucker, die sie für den urbanen Look am liebsten zu schlichten Basics kombinieren. Andernfalls wirkt das Outfit schnell zu ladylike. Wer im schwarzweißen Farbschema bleibt, liegt auf jeden Fall richtig.

Punkte dürfen aus der Form geraten

Das finnische Modelabel "Marimekko" beispielsweise, das für seine grafischen Gute-Laune-Muster bekannt ist, hat in Kooperation mit dem japanischen Label Uniqlo eine Kollektion im Dalmatiner- Look herausgebracht. Kleider, T-Shirts, Tops und Hosen werden ebenso von den kreisrunden Prints überzogen wie Taschen, Rucksäcke und Schuhe. Auch Designer wie Loewe, Balenciaga, Jacquemus oder Prabal Gurung setzen vermehrt auf die kontrastreiche schwarz-weiße Variante. Dabei sind gleichmäßige Rundungen kein Muss, die Maxi-Punkte dürfen durchaus aus der Form geraten: Ungleichmäßige Ränder, unterschiedliche Größen und eine unregelmäßige Anordnung lockern das Muster auf und sorgen für Bewegung.

Die Wurzeln der kultigen Polka-Dots liegen übrigens nicht auf den Laufstegen, sondern auf dem Tanzparkett. Der Name des Muster-Klassikers geht auf den ausgelassenen Polka-Tanz zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts Europa und die USA begeisterte. Die Form selbst erinnert an die kreisrunde Schrittabfolge, die Fülle der Punkte steht für die Lebhaftigkeit des beschwingten Rundtanzes. Dieser Ursprung verleiht dem Muster-Klassiker schlechthin neben dem verspielt- eleganten Image auch eine gewisse Lebenslust – die in der aktuellen Saison mit lässigem Street-Style kombiniert wird.