Nackensteak und Bratwürste? Langweiliges Einerlei auf dem Grill ist passé. Auf der Terrasse und im Garten wird im Sommer 2017 mit verführerischer Vielfalt gegrillt: saftiges Fleisch, leichter Fisch, knackiges Sommergemüse und verführerische Desserts geben den Ton auf dem Rost an.

Dabei geht der Trend beim Grillen ganz klar hin zu immer mehr Qualität und hochwertigeren Produkten. Das gilt für den Grill – längst ein Statussymbol, das den Preis eines Kleinwagens erreichen kann – genauso wie für das Grillgut. Hier geht es hinter dem Bratwurst- Horizont erst richtig los: Heute kommen Burger-Pattys – idealerweise 2 cm dick – oder Gourmet-Griller mit Fenchel- und Tonkabohnen- Noten auf den Rost oder die italienische Spezialität Salsiccia, eine pikant gewürzte Wurst aus magerem Schweinefleisch und Speck. Auch die Merguez, eine mit Kreuzkümmel, Knoblauch und Harissa gewürzte Bratwurst aus Lamm- und Rindfleisch, hat sich zum Renner entwickelt. Beim Fleisch ist Rind das Maß aller Dinge, immer öfter ein Rib-Eye-, Tomahawk- oder gar Flat-Iron-Steak aus der Rinderschulter.

Vegetarische Konkurrenz

Doch saftige Steaks und krosse Spareribs haben vegetarische Konkurrenz bekommen: etwa von fruchtigem Mango-Rettich-Salat, knusprigen Gemüse-Tostadas und süßem Kokosmilch-Karamell. Entscheidend für das Gelingen der fleischlosen Alternativen sind Details wie die Wahl der richtigen Grill-Methode. Früchte, Paprika, festen Käse sowie Brot und blanchiertes oder gedämpftes Gemüse bereiten Grillfans idealerweise mit direkter Grillmethode zu. Dafür das Grillgut einfach für wenige Minuten direkt über die Hitzequelle legen. Große Stücke – zum Beispiel Kartoffeln – und Gerichte, die langsam über einen längeren Zeitraum garen, gelingen eher mit der indirekten Grillmethode.

Was ist neu auf dem Markt?

Ein Trend ist die Pizza vom Grill. Viele Hersteller bieten Pizzasteine an, die man mit dem Grill kombinieren kann. Ein weiterer Trend kommt aus Spanien: Bei der Grillmethode „Plancha“ wird das Fleisch oder Gemüse auf einer heißen Eisenplatte gegrillt. Vor dem Durchbruch steht die Grillmethode „Churrasco“, die ihren Ursprung bei den Ureinwohnern Lateinamerikas hat. Dabei wird das Fleisch auf sich drehende Spieße über einem offenen Feuer gespannt. Auf den Spieß kommen dann nicht kleine Fleischwürfel, sondern richtig große Fleischstücke, von denen immer wieder die äußere, durchgegarte Schicht abgeschnitten wird. Das kann Stunden dauern, gibt dem Grill-Spaß aber wieder etwas von seinem archaischen, ursprünglichen Charme zurück.

Smarter grillen

Perfektionisten indes, die auch beim Grillen nichts dem Zufall überlassen wollen, werden sich für die interaktiven Grill-Gadgets begeistern. Denn die digitalen Thermometer der neuesten Generation sind der ultimative BBQ-Coach. Sie liefern über eine App individuelle Anleitungen, Tipps und Rezeptideen direkt aufs Smartphone. Und während Rinderbrust, Roastbeef oder Hirschkeule unter geschlossenem Deckel langsam fertig garen, lässt sich die Temperatur über die App kontrollieren. Grillfans haben zudem die Möglichkeit, ihre kulinarischen Höchstleistungen direkt über die sozialen Netzwerke zu teilen.

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