Der Herbst wird nicht nur auf den Bäumen bunt. Kräftige Farben, auffällige Schnitte, aber auch ruhige Klassiker gehören zu der modischen Ausstattung für den nahenden Herbst.

Sowohl für diejenigen, die es zurückhaltend mögen, als auch für solche, die gern auffallen: Bei den herbstlichen Farb-Trends für Haut und Hände kommen beide Typen auf ihre Kosten. Für Lippen und Fingernägel dezenterer Persönlichkeiten eignen sich zart pigmentierte Texturen in durchscheinenden Pastellnuancen, schildert Monika Ferdinand, Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Kosmetiker/-innen e. V.

Der Effekt reiche von matt bis glänzend, zu den bevorzugten Farben gehörten sanftes Rosé und Apricot-Rosé, bei Nagellack auch mit Schimmerpartikeln. Auch kräftiges Apfelrot, Bordeaux und Orange seien angesagt. "Dunkle Lippen in Braun, Pflaume oder sogar Schwarz garantieren einen starken Auftritt. Die stark glänzenden Nuancen lösen die matten langsam ab", sagt Birgit Huber, stellvertretende Geschäftsführerin des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel e. V.

"Nicht kleckern – auffallen"

Augen werden laut Ferdinand mit matten, natürlichen Perl- oder mit Glamourfarben in Szene gesetzt. Glitzerpartikel verstärken bei Letzteren die Wirkung, auch Eyeliner, Kajal und Volumenmascara kämen in verschiedenen Farben zum Einsatz. "Nicht kleckern – auffallen", beschreibt Huber das Motto der kommenden Saison: "Blau-Schattierungen nehmen es mit den winterlichen Temperaturen auf."

Die 80er ließen mit Neon-Augen- und Lippenfarben in Pink, Blau und Türkis grüßen. Die Haartrends für Herbst und Winter seien vielfältig, mitunter inspiriert von internationalen Laufstegen, sagt Huber. Dazu zählten kühle Blondtöne mit definiertem Volumen sowie glänzende Burgund- und Rot-Nuancen. Stark angesagt sei lockiges Haar, natürlich oder zu kunstvollen Frisuren gesteckt. Dazu passten Accessoires wie große Spangen und Bänder.

Schwingend in A-Linie

Auch in puncto Bekleidung haben Modebewusste im Herbst reiche Auswahl. "Es gibt kein Dogma, aber einige Trends kristallisieren sich heraus", sagt die Düsseldorfer Designerin Jutta Fuhrmann. Das Vorstandsmitglied des Netzwerks deutscher Mode- und Textil-Designer e. V. (VDMD) ist seit mehr als 25 Jahren im Geschäft und beobachtet folgende Trends: "Silhouetten gibt es zum Beispiel in Boxy-Form. Sie geht weg geht vom Körper, vor allem bei Kleidern, Mänteln und Jacken. Letztere können fast schon quadratisch sein."

Schwingend ist die A-Linie, etwa für Mäntel, Jacken, Kleider, Blusen und Röcke. Ärmel könnten zum Beispiel geschlitzt, verkürzt oder überlang sein, sagt Fuhrmann. Auch Schlaghosen gehören dazu. Die O-Linie definiert sich durch Volumen: "Ärmel tragen zum Beispiel am Ellbogen auf. An Schulter und Handgelenk sind sie schmal geschnitten. Das verleiht Allüre."

Trenchcoats und Capes

Zu den Klassikern gehören Fuhrmann zufolge unter anderem Kleidungsstücke der X-Linie, die mittig etwa mit Gürteln zusammengehalten werden. Die Slim-Line schaffe mit schmaler Silhouette einen Kontrast zu umfangreichen Oberteilen. Auch Steppmäntel in Raute aus Wolle-Nylon-Mix, Trenchcoats und Capes würden weiterhin getragen. Zu "Basics reloaded" gehören Bomberjacken. Blazer verändern sich Fuhrmann zufolge vor allem durch Volumen und Material, etwa als Warenmix, Dreireiher, mit flachem Fell, Borten oder Asymmetrien.

"Cardigans können im Herbst sehr lang und voluminös sein", sagt Fuhrmann. "Gegengewicht sind große, drapierte und fließende Kragen. Gequiltetes und Gestepptes bleibt in allen Varianten, zudem kommen immer mehr Wolltypen." Auch bei Hemden – klassisch – würden die Kragen größer, gespielt werde mit Ärmeln und Material.

Auch im Kommen: weite Formen mit abgeschrägten Ärmeln wie Kimonos, überdies Blusen, überlang oder asymmetrisch (etwa unterschiedliche Saumlängen), drapiert, glänzend und mit Cut-outs (Aussparungen, beispielsweise im Schulterbereich).