Vom "Kronprinzen des Pop" sprachen die Zeitungen 2016 am ersten Weihnachtsfeiertag, von der "schönsten weißen Soulstimme seit Paul Young", von einem Mann, der sich vom Teeniestar und "Pop-Oberflächenprodukt" zur Persönlichkeit gewandelt hatte. An diesem ersten Weihnachtsfeiertag 2016 war George Michael gestorben.

Ein knappes Jahr später nun veröffentlicht Emily Herbert ihre Biografie über George Michael (hier bei Amazon bestellen). Nur 53 Jahre sind es, denen sie sich widmen darf, doch die sind voll von Geschichten. Herbert beginnt bei Georgios Kyriacos Panayiotou, einem zypriotischen Griechen, der eigentlich Restaurator werden will, dann aber nach England auswandert. Sie schreibt vom unvermeidlichen Kapitel Wham! ("Last Christmas") und von dem ersten Ruhm, von Geld, Sex, der großen Liebe und ihrer Tragik, von der Drogensucht und dem Zaudern im Umgang mit der eigenen Homosexualität.

Und sie schreibt über den George Michael, der nur selten in den Schlagzeilen auftaucht, der sich immer wieder wohltätig engagiert – und der seit den 2000ern immer politischer wird. Dabei hangelt sich Herbert, die auch schon Biografien über Robin Williams oder Michael Jackson veröffentlicht hat, an allerlei Episoden entlang, schildert Begegnungen und Konzerte, zitiert aus Interviews und lässt Wegbegleiter zu Wort kommen und sorgt so dafür, dass der Leser das Gefühl hat, noch einmal ganz nah dran zu sein an diesem Leben – all den Klatsch und Tratsch inklusive.

"George Michael war ein extrem komplizierter Mensch", schreibt Herbert. Ein Satz, den dieses Buch immer wieder deutlich macht.