Wer derzeit in Philosophie, Neurowissenschaften und Psychologie stöbert, stellt fest, dass die Suche nach dem menschlichen Bewusstsein zu den großen Fragen unserer Zeit gehört. Und wer sich auf dem Markt der Antworten zu diesen Fragen umschaut, kommt schon länger an einer Frau nicht vorbei: Siri Hustvedt – gehören ihre Gedichte, Romane, aber vor allem ihre Essays doch zum Klügsten, was sich hier finden lässt.

Nun stellt sich die US-Amerikanerin folgerichtig der Frage nach der Einheit von Körper und Geist. Ausgehend von großen Denkern – Descartes, Cavendish, Darwin, Freud – erörtert sie, wer wir eigentlich sind im Geflecht aus Körper, Hirn, Geist und den Versuchen, all das durch Genetik, künstliche Intelligenz und Robotik aufzubohren – und so auch in Frage zu stellen. Eine komplexe Materie, doch Hustvedt gelingt, was so selten ist in solchen Fällen: Sie findet zu einer klaren, eindeutigen Sprache und nachvollziehbaren, schlüssigen Gedanken.

"Ich bin mir selbst immer noch eine Fremde", schreibt sie – fast am Ende ihres Buches. Doch wir selbst – wir können uns durch diese beeindruckend gelehrte Lektüre nur näher kommen.

  • Titel: Die Illusion der Gewissheit
  • Autor: Siri Hustvedt
  • Verlag: Rowohlt
  • Seitenzahl: 414
  • Preis: 24 Euro

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