"Als ich das Bild mit dem Titel Die Ermordung des Commendatore von Tomohiko Amada entdeckte, waren bereits mehrere Monate vergangen. Und damals konnte ich es noch nicht wissen, aber dieses eine Bild sollte mein Leben völlig verändern." Mit diesem Satz endet Kapitel 3 von Haruki Murakamis neuestem Roman – und spätestens an dieser Stelle wird der Leser denken: endlich! Denn Veränderung, die kann das Leben des namenlosen Erzählers und Malers wirklich gut brauchen.

Zwar ist eine Menge passiert – der Maler hat eine Trennung hinter sich, ist wochenlang herumgereist und dann in ein einsames Haus in den Bergen gezogen – doch eigentlich regiert der Stillstand. Nicht mal zum Malen ist er in der Lage, was nicht nur daran liegt, dass sein aktueller Auftraggeber ein Mann ohne Gesicht ist. Wie soll man so jemanden porträtieren?!

Doch Murakami wäre nicht Murakami, würde er in diesen Stillstand nicht jede Menge Stoff hineinpacken. Von schlicht erzählten, aber fesselnden Sexszenen über verblüffend hinreißende Alltagsbeschreibungen bis hin zum Murakami-typischen Surrealen, das den Erzähler in Form klingelnder Glöckchen ereilt, die ihm keine Ruhe lassen und denen er nachforscht. Es wird: mysteriös. Und natürlich sind auch in diesem Buch wieder Anspielungen en masse zu finden – auf Popkultur, Geschichte und Kunst. Ein opulenter Roman, der – auch das typisch Murakami – bemerkenswert japanisch daherkommt und doch vertraut westliche Elemente mitbringt und so eine Brücke zu schlagen vermag. Hoffentlich gelingt ihm das auch mit Blick auf Band 2. Der erscheint im April.

Titel: Die Ermordung des Commendatore Band 1: Eine Idee erscheint

Autor: Haruki Murakami

Verlag: Dumont

Seitenzahl: 480

Preis: 26 Euro (hier bei Amazon bestellen)