Das ist Kino, wie es offenbar nur die Franzosen können: "Madame Aurora und der Duft von Frühling" ist eine herzerfrischende Tragikomödie über das Altern, bei der man gar nicht anders kann, als mitzulachen, mitzutanzen und auch ein wenig mitzuweinen.

Der Plot ist dabei schnell erzählt: Madame Aurora (Agnès Jaoui) ist frisch getrennt und angehende Großmutter, als sie beschließt, noch einmal ganz neu anzufangen. Bei näherem Hinsehen jedoch prägen die Wechseljahre Auroras Leben. Schlimmer noch: Durch die Trennung von ihrem Mann, das Abnabeln ihrer Töchter und den Verlust des Arbeitsplatzes fühlt sie sich zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Jede Menge Potenzial also für eine mittelschwere Lebenskrise. Doch zufällig trifft Aurora ihre große Jugendliebe Christophe (Thibault de Montalembert) wieder. Sie nimmt sich vor, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Dabei helfen ihr ihre Freundin Mano (Pascale Arbillot) und natürlich die beiden Töchter Sarah (Sarah Suco) und Lucie (Lou Roy-Lecollinet) auf amüsante Weise.

Das sind eineinhalb Stunden beste Unterhaltung: vorwiegend heiter, manchmal melancholisch, ganz selten auch sozialkritisch – etwa in der Beobachtung, dass das Altern von Frauen sozial ganz anders bewertet wird als das von Männern. "Madame Aurora" ist eine Liebeserklärung an das Leben – humorvoll, emotional, aber nie kitschig.

Titel: Madame Aurora und der Duft von Frühling

Kinostart: 26.4.2018

Regie: Blandine Lenoir

Darsteller: Agnès Jaoui, Thibault de Montalembert, Pascale Arbillot, Sarah Suco

FSK: ab 0 Jahren