"Warteschleife ist ein lächerliches Wort für das, was sich heutzutage Telefonservice nennt", ereiferte ich mich beim Abendbrot. Lena lächelte weise.
Gut möglich, dass sich auch ihre Behörde hinter einem Wall von Bandansagen verschanzte. Zum Glück hatte ich die Durchwahl.
"Ich kann anrufen, wo ich will", klagte ich, "Krankenkasse, Arbeitsamt oder Stadt – ich werde vertröstet. Ich soll Tasten drücken, die nirgendwo hinführen, und habe Wartezeiten bis Zippelpfingsten."

Wir drehen den Spieß einfach um!
"Du Armer", bedauerte mich Lena kauend; in ihren Augen sah ich Belustigung.
"Mal im Ernst", sagte ich, obwohl es mir schon die ganze Zeit ernst war, "wir leben in einem totalen Anti-Service-Zeitalter. Jeder Betrieb scheint darauf zu spekulieren, dass Anrufer die Geduld verlieren und aufgeben, sich jeden Mist gefallen lassen. Reklamation zwecklos ..."
"Du wirst dich schon durchbeißen, Liebling", ermunterte mich Lena. Von ihr war heute nichts Zählbares zu erwarten. Ich wandte mich dem Mozzarella zu.
 
"Aber weißt du was?", fiel ihr unvermutet ein, "wir drehen den Spieß einfach um!" "Ach ja?" "Wir leisten uns selbst eine Bandansage. Lieber Anrufer, werden wir sagen, leider sind alle Leitungen belegt. Wenn Sie eine Nachricht für Felicitas hinterlassen wollen ..."
"Elseline", verbesserte ich.
"... dann wählen Sie die 1. Wollen Sie mit Lena in Kontakt treten, die 2. Für den Herrn des Hauses wählen Sie die 3. Was hältst du davon?"
"Super", sagte ich, "das löst alle Probleme."