Zu Silvester – gar nicht lange her – stand für Lena fest: Kein Urlaub dieses Jahr, wir sparen uns das Geld!

Ich dachte nicht groß nach und sagte ja.

Im März – falscher Frühling erfüllte das Land – fand es Lena reizvoll, unserem Töchterchen Felicitas "endlich mal das Meer zu zeigen – für ein verlängertes Wochenende vielleicht?"

Ich hatte keine Einwände.

Im grimmigen April sehnte sich Lena nach Sonne, egal wo.

Ich sagte, das könne ich nachvollziehen.

Anfang Mai wollte sie wissen, wie weit denn meine Planungen gediehen seien.

"Planungen?"

"Unser Urlaub!"

"Ich dachte, wir machen keinen."

"Ich fass es nicht", rief sie mit Klageweibblick, "da starrt dieser Mann von morgens bis abends aufs Handy, aber 14 Tage Urlaub bringt er nicht zustande."

Musste ich darauf eingehen? Ich fragte: "Wohin willst du überhaupt?"

"Ans Meer, das hatten wir beschlossen!"

"Das grenzt die Sache enorm ein", erwiderte ich.

"Wir sollte uns beeilen", drängte Lena, "in der Saison ist alles doppelt so teuer."

Im Kopf checkte ich die Stresszeiten in meinem Hotel und die Verfügbarkeit einer Vertretung. Und traf eine Entscheidung: "Pack schon mal den Koffer, am Wochenende brechen wir auf!"

"Was!"

"Planen ist für Feiglinge", sagte ich, "wir fahren."

"Wohin?"

"Ans Meer, was dachtest du?"

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