Das Wetter war noch nicht danach, aber Lena bestand drauf: Räder aus dem Keller und ab in den Frühling! Den Kindersitz für Felicitas hatte sie mir vorn hinter den Lenker montiert.

"Was soll das?", fragte ich.

"Da hast du sie besser im Blick", meinte Lena, "hinten siehst du sie nicht."

"Aber alle Kindersitze sind hinten angebracht."

"Der nicht!"

Wir fuhren los. Hatte ich mich auf eine mittelprächtige Strapaze bei steifer Brise aus Nordwest eingestellt, steuerte Lena, der es vielleicht doch zu frisch wurde, erstaunlich zügig ein Wäldchen in unserer Umgebung an.

Auf einer Lichtung breitete sie Wolldecken aus und zauberte allerlei selbst zubereitete Leckereien aus ihrem Korb, darunter einen stärkenden Rüblikuchen für den Papa.

Hätte ein schönes Picknick werden können. Doch der bissige Wind schnappte auch hier unerbittlich zu. Die Wolken wurden dunkler. Schade.

"Du hast nicht zufällig ein festes Zelt im Gepäck?", fragte ich.

"Red nicht, Schatz, pack die Sachen zusammen!", ordnete meine Frau an. Bei dem Wind, dachte ich, wird's schon nicht regnen. Tat es aber doch. Die Rückfahrt wurde, was Rückfahrten bei Schietwetter gerne werden – lang und länger.

Felicitas sackte in ihrem Sitz zusammen. Ich legte einen Arm um sie und behütete ihren Schlaf.

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