Mitunter sprudelt es nur so aus mir heraus. Dann wird meine Tochter Felicitas plötzlich zur Elseline und aus Lena wird Katinka Knack; nur so als Beispiel. Das muss mit Anwandlungen völliger Vernarrtheit zu tun haben, wie sie bei uns Männern bekanntlich vorkommt.

Katinka Knack ließ Lena übrigens nicht ohne Weiteres auf sich beruhen. "Es muss Katharina Knack heißen", korrigierte sie mich, was ich nun etwas undankbar fand. So eine schöne Koseform ...

"Kennst du die Geschichte denn nicht?", fragte sie in einem Ton, der heißen sollte: Die kennt doch jeder!

"Welche Geschichte?"

"Spielt im alten Masuren. Siegfried Lenz hat sie einst erzählt. Der Holzfäller Joseph Waldemar Gritzan, ein Riesenkerl, will Ka-tha-ri-na heiraten. Sie hockt am Fluss, wäscht Wäsche und weiß von nichts. Da setzt er sich neben sie. Nach langem einvernehmlichen Schweigen, in dem sich tiefe Verbundenheit ausdrückt, bietet er ihr eine Stange Lakritz an. Das ist schon die halbe Miete. Katharina ist reif für den Traualtar."

"Und die heißt auch Knack?", fragte ich einigermaßen verwundert.

"Knack heißt sie", bestätigte Lena. "Ist ja ein bisschen wie bei uns", fiel mir dazu ein. "Als ich dich zum ersten Mal in meine Lieblings-Pommesbude ausführte, warst du auch hin und weg." Lena lächelte süßsäuerlich. "Du und deine Pommesbude. Vielleicht hätte mir ein Lakritz damals besser gefallen."

"Du redest wie eine Katharina", entgegnete ich, "dabei bist du Katinka."