Für ihre Rückkehr in den Job hatte sich Lena einiges vorgenommen. Die offensichtlichen Maßnahmen spielten dabei die geringste Rolle. Dass sie kaum noch was aß – geschenkt. Sie wollte abnehmen.
Dass sie mir und Elseline französische Brocken an den Kopf warf – meinetwegen. Sie übte den Umgangston ihrer Firma, die
zufällig Europäische Union hieß.

Ich freue mich, wieder da zu sein
 
Elegante Kleider, deren Vorhandensein mir nie aufgefallen war, wurden aus dem Schrank geholt, beschnüffelt, aufgehängt – und wieder verworfen. "Kommt das Fernsehen zu deinem ersten Arbeitstag?", fragte ich.
Lena ging nicht drauf ein.
Eines Abends beim Wein stellte sich heraus, dass man sie gebeten hatte, zum Wiedereinstieg einen Vortrag zu halten. Das also war er, der Mont-Blanc, den sie innerlich seit Wochen erklomm.
"Oha", machte ich. "Thema?"
Sie druckste ein wenig. Schließlich: "Beruf und Baby – Aspekte und Chancen gesteigerter Lebensintensität."
"Das kann sich nur eine kinderlose Sesselfurzerin ausgedacht haben ...", polterte ich los.
"Wie meinst du das?"
"... die sich mit solchen Ideen höheren Orts einschleimen möchte. Ich an deiner Stelle würde einfach den Schampuskorken
knallen lassen und sagen: Ich freue mich, wieder da zu sein!"
"Liebling, das geht nicht!"
"Wieso nicht? Sag doch, zu Hause übernimmt jetzt mein Mann. Er ist ein hoffnungsloser Fall, aber vielleicht wird’s ganz gemütlich ..." Lena sah mich an. "Ich überlege es mir", sagte sie. Ach, verdammt, sie wollte den Berg hinauf.