Unser ausgedehntes Samstagsfrühstück! Lena und ich lasen uns gegenseitig aus der Zeitung vor. Elseline machte auch mit, thronte auf dem Kinderstuhl und zerknüllte vergnügt die Seite mit den Kommentaren.
"Jetzt gibt es eine Internetplattform", informierte Lena, "bei der man Promis mieten oder ersteigern kann."
"Konnte man schon immer", erwiderte ich.
"Promis sind käuflich. Denk nur an den Wiener Opernball."

"Wir könnten Steffi Graf und André Agassi ersteigern und mit ihnen Doppel spielen", schlug Lena vor.
"Du kannst doch gar kein Tennis."
"Mit dir an meiner Seite, Schatz ... Außerdem könnte ich mit Agassi spielen und du mit Steffi."
"Im Ernst", sagte ich, "wenn wir Geld hätten, für wen würdest du bieten?"
"Guido Cantz", prustete sie los. "Und du?"
"Scarlett Johansson fände ich ganz spannend", gab ich zu.
"Und mit wem könnten wir Elseline begeistern?", überlegte Lena. "Mit SpongeBob?"
"Mit Flash", verbesserte ich.
"Aber das darf sie doch noch gar nicht sehen!"
"Bei mir schon."
"Wenn Mama aus dem Haus ist ...", stöhnte Lena. "Was passiert eigentlich, wenn Stars aus Internet und Fernsehen in die Echtwelt hinabsteigen? Eigentlich können sie nur enttäuschen."
"Oder positiv überraschen", wandte ich ein.
"Erinnerst du dich an die alte Frau Liebmann?
Als sie auf dem Kreuzfahrtschiff diesen Nachrichtenmoderator, na, du weißt schon, traf, rief sie: Du lieber Himmel, Sie sind ja viel größer als in echt."

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