Was für ein schöner Morgen! Die Sonne guckte mir durchs Fenster zu, während ich mich einer wie immer perfekten
Rasur unterzog. An so einem Tag ging kein Schnitt daneben, das stand mal fest.

Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst ...

Der Geruch von frischem Kaffee drang bereits von der Küche zu mir herüber, als ich mich unter die Dusche stellte
und ein frohes Lied anstimmte: "She came in through the bathroom window ..."

Ich sang es laut, ich sang es gut.

"Ruhe", befahl Lena aus der Küche. Ich hörte, wie sie mit Besteck hantierte, gleich würde es ein köstliches Frühstück
geben, alles in bester Butter, ich sang weiter: "The long and winding road that leads to your door ..."

"Schatz, bitte, hör auf!", rief Lena. Es hallte so schön im Bad, ich hatte – weiß auch nicht warum – einen Paul-McCartney-
Tag, lauter Melodien, wie für die Dusche geschrieben. Gleich würde ich zu "Obladi Oblada" übergehen, Lena konnte
nicht wirklich was dagegen haben, das meinte sie nicht ernst.

"Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst mit deinem Gegröle, dann ..." Lena stand mit Felicitas auf dem Arm neben der Dusche
und wirkte unangemessen furienhaft. Ich verstand das nicht.

Zugegeben, ich singe nicht so wie Master Paul, auch nicht wie Tom Waits, aber für eine deutsche Standarddusche reicht es.
Wie es der Teufel will, fiel mir gerade noch eine McCartney-Zeile ein: "Get back to where you once belonged ..."

Aber ach, ich hielt den Mund. Perlen vor die Säue. Und es war so ein schöner Morgen gewesen.