"Liebling?"

"Ja?"

"Das war schön."

"Ja."

"War ich zu laut?", fragte Lena in plötzlicher Sorge.

"Ach was!"

"Aber ich war ziemlich laut."

"Ich hab nichts gehört."

"Ach du!"

Ein Morgen ganz für uns.

Ein Morgen für die Liebe.

Elseline schlief bis in die Puppen. Ihre Eltern waren glücklich.

"Es ist so still draußen", meinte Lena, "wie wenn Schnee gefallen wäre."

"Es hat aber nicht geschneit."

"Trotzdem, man hört kein Auto."

"Vorhin ist der alte Janke mit seinem Land Rover losgedieselt", bemerkte ich, "und ich meine, Schwiechows sind auch weggefahren."

Plötzlich saß Lena aufrecht im Bett.

"Sag mal, bist du noch gescheit? Worauf achtest du, wenn wir uns lieben?"

"Es war nicht zu überhören."

"Aber mich überhörst du."

"Ich mache jetzt mal einen Kaffee, Schatz, ist das okay?"

"Ja", schmollte sie. "Versprich mir, dass heute kein Anruf vom Hotel kommt und du wieder für irgendwen einspringen musst! Du bist der Einspringer vom Dienst."

"Heute habe ich eigentlich keinen Bereitschaftsdienst", sagte ich mit mehr Hoffnung als Wahrheit in der Stimme. "Ich zünde jetzt mal die Lichter am Baum an. Unser Töchterchen rührt sich. Und das Telefon stelle ich einfach stumm."

"Aber du hörst es ja doch! Ach, ich wünschte", seufzte sie, "es hätte geschneit! Und dass wir den ganzen Tag kuscheln könnten!"

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