Die eisigen Nächte, die Sturmtiefs wie "Alex" und "Egon" über uns brachten, nutzte Elseline zum Asyl im Elternbett. Längst wähnten wir sie im Schlaf, da krabbelte unsere Tochter zwischen Lena und mich, machte es sich umständlich bequem und war entschieden die Hauptperson.

Einem gefiel das nicht. Mir? I wo. Anders als Lena überstand ich solche Nächte ohne Rückenschmerzen, wenn auch übermüdet. Aber Kater Ramses fühlte sich aus seinem Reich verdrängt. Sein Reich, das lag zwischen oder auf meinen Füßen. Da fand er’s warm, da fühlte er sich geborgen.

Mit Elseline im Bett stimmte die Anordnung nicht mehr. Meine Füße boten ihm keinen Schutz, Lena verlagerte sich an den äußersten Rand und Elseline träumte handgreiflich.

Zu viel für einen Schmusekater!

Eine weitere bitterkalte Nacht. Elseline schläft in ihrem Bett. Vorsichtig tasten vier Pfoten das Gelände um meine Füße ab. Gedanken an die ewige Wärmepartnerschaft zwischen Mensch und Tier gehen mir durch den Kopf. Kühe, die den Bauernhof beheizen ... Soldaten, die sich nachts an Pferde schmiegen ... Nur dass es hier umgekehrt ist, das Tier sucht Wärme.

"Mir ist kalt", meldet sich Lena.

"Was soll ich tun?"

"Mich wärmen, was sonst!"

"Ramses liegt auf meinen Füßen."

"Kommst du jetzt wohl sofort kuscheln, Mann!"

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