Krieg vor Gericht - Die Jugoslawien-Prozesse (1/2) - Verbrechen

Info • Di., 04.05. • 52 Min.
Das Grauen des Balkankrieges: belagerte Städte, vertriebene Familien und gefangengehaltene Zivilisten in Konzentrationslagern. Seit 1991 werden auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens die grausamsten Verbrechen verübt. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wütet ein Krieg im Herzen Europas. Er kostet mehr als 130.000 Menschen das Leben. 1993 reagieren die Vereinten Nationen: Sie rufen den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien ins Leben. Es ist das erste Mal seit den Prozessen in Nürnberg und Tokio, dass Kriegsverbrechen international geahndet werden.Zu Beginn hat der Internationale Strafgerichtshof nur geringe Erfolgsaussichten. Die leitenden Ermittler dürfen die Tatorte nicht besichtigen, und das Gericht wird von Verantwortlichen wie Radovan Karadzic und General Ratko Mladic belächelt.Sehr langsam bringt die Suche nach Gerechtigkeit die ersten Ergebnisse. Der französische Ermittler Jean-René Ruez erzählt, wie es seinem Team gelingt, die Massengräber zu entdecken, in denen fast 8.000 muslimische Männer aus Srebrenica verscharrt wurden. Durch die Verhaftung von Kleintätern kann das Gericht seine Arbeit schließlich aufnehmen. Unter den Tätern ist auch ein Wachmann aus Celebici, einem Konzentrationslager, in dem serbische Gefangene von bosnisch-muslimischen Soldaten festgehalten wurden. Durch ihn wird deutlich, wie Angst und Propaganda Menschen zu Unmenschen machen und zum Zerfall einer Nation führen.

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