Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche war schon immer mehr Kaiser-Denkmal als Gotteshaus. Nur knapp 50 Jahre (1895 bis 1943) überstand sie unbeschädigt. Sie wurde zum Zeichen nationaler Selbstüberschätzung und der totalen Niederlage. Die Ruine der zerbombten Kirche, von den Berlinern "der hohle Zahn" genannt, wurde zum Antikriegs-Symbol, mit dem von Egon Eiermann neu hinzu gebauten Gebäudeensemble aber auch ein Aushängeschild des Schaufensters West-Berlin.

Der Film "Die Berliner Gedächtniskirche" von Andreas Christoph Schmidt und Christian Klemke aus der ARD-Reihe "Geheimnisvolle Orte" erinnert unter anderem daran, dass die Berliner Bürger nach dem Krieg modernen Architekten in den Arm fielen, die die Ruine schleifen wollten. Sie sollte bleiben – als Symbol der Stunde Null und als Mahnmal für den Frieden.

Durch den Terroranschlag vom Dezember 2016 wurde der Platz um die Gedächtniskirche noch einmal zu einem anderen Ort. Das Mahnmal behielt jedoch seinen Sinn, der seit 1945 "Versöhnung" heißt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst