Schauspieler Florian David Fitz spricht in prisma über seine Rolle als junger Erich Kästner und die Helden seiner Kindheit.

Der Fernsehfilm "Kästner und der kleine Dienstag" am 21. Dezember um 20.15 Uhr ist ein Höhepunkt im Weihnachtsprogramm der ARD. Im feinsinnigen Drehbuch von Dorothee Schön spielt Florian David Fitz mit Charme und einer Prise Ironie den jungen, wilden Literaten Erich Kästner.

Sie gelten als TV-Darling, glänzten als Oberarzt in "Doctor's Diary" wie in "Männerherzen". Jetzt haben Sie den jungen Kästner gespielt.

Gereizt hat mich diese Rolle schon eine ganze Weile. Nun sehe ich ja Kästner überhaupt nicht ähnlich. Man hat ganz viel Futter und legt sich in diese Badewanne voll Informationen. Dann muss man aber entscheiden, wie genau man Kästner in Bild und Stimme nachbilden will. Was hinter dem fast übermächtigen Bild Kästners als Märchenonkel der Nation zurückweicht, das ist der private Mensch in seinen jungen Jahren. Für mich ging es daher eher darum, einen Zipfel seines Wesens zu erwischen. Und wissen Sie, was erstaunlich ist? Einige der Menschen, die über sein Erbe wachen und einen sorgenvollen Blick auf die Umsetzung dieser Rolle hatten, haben am Ende genau das wahrgenommen. Sie haben ihren Kästner gesehen und waren sogar ein wenig überrascht.

Wie haben Sie sich auf die Rolle als Kästner vorbereitet?

Meine Mutter war mit einem Ziehsohn von Kästner befreundet. Ich habe sie natürlich in der Vorbereitung ausgequetscht. Da kam dann ein anderes Bild von ihm dazu. Das war kein bürgerliches Leben, das war schon etwas wilder. Ansonsten wurde es uns beim Drehen durch die Kulissen leicht gemacht. Es war alles real nachgebaut. Wir mussten uns nichts vorstellen und konnten uns so prima in die Geschichte begeben.

In welchem Alter hatten Sie Ihre erste Berührung mit Kästner?

Ich bin mit Otfried Preußler sozialisiert worden, Kästner habe ich über Kassetten kennengelernt. Jetzt war es eher eine Wiederentdeckung, insbesondere seine Gedichte und der Großstadtroman "Fabian" haben es mir angetan.

Wer waren die Helden Ihrer Kindheit?

Ich mochte es eher ein wenig morbide, etwas düsterer und obskurer. "Krabat" von Preußler habe ich geliebt, auch "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende. Die ist ja im Buch um einiges bitterer als im Film.

Interview: Matthias M. Machan.