Die 15-jährige Caro verliebt sich in den 19-jährigen Cem. Doch bald schon stürzt Caro vom siebten Himmel direkt in die tiefste Hölle ...

"Ich habe mich in dich verliebt!" – Bei der 15-jährigen Caro (Anna Bachmann, hier im Interview) stellt das Liebesgeständnis ihres 19-jährigen Freundes Cem (Samy Abdel Fattah) ihr gesamtes Leben auf den Kopf. Alles verändert sich – aber nicht zum Positiven. Als Caros Mutter Anna (Maria Simon) und ihr Vater Christian (Bernd Michael Lade) merken, dass etwas mit ihrer Tochter nicht stimmt, ist es schon zu spät. Caro isoliert sich immer mehr von ihrer Familie und ihren Freunden. Als Cem sie schließlich zur Prostitution zwingt, gibt es scheinbar keinen Weg zurück. Regisseur Thomas Durchschlag hat mit dem Drama "Ich gehöre ihm", das im Rahmen des ARD-Themenabends "Skrupellose Loverboys" läuft, großen Mut bewiesen. Doch bei aller Dramatik vermag es der Film leider nicht, den Zuschauer wirklich emotional zu berühren.

Cem ist ein sogenannter "Loverboy". Das bedeutet, dass er meist minderjährigen Mädchen erst die Sterne vom Himmel holt, sie anschließend in eine Art psychische Abhängigkeit treibt, um sie letztlich mit Gewalt und Drohungen zum Anschaffen zu zwingen. Das Phänomen hat seinen Ursprung vor allem in Belgien und den Niederlanden. Eine Einblendung am Ende des Films klärt allerdings darüber auf, dass auch in Deutschland die Zahl der angezeigten Fälle in den letzten zwei Jahren gestiegen ist.

Die Authentizität ist das Problem

Was das Drama sehr plausibel aufzeigt: Loverboys finden ihre Opfer nicht nur in vermeintlichen Problembezirken. Mädchen aus allen Gesellschaftsschichten gehen diesen skrupellosen Männern ins Netz. Für das Drehbuch von "Ich gehöre ihm" wurde mit Betroffenen gesprochen, um dem Film mehr Authentizität zu verleihen.

Doch genau die Authentizität ist das Problem. Man mag einfach nicht glauben, dass ein 15-jähriges Mädchen aus halbwegs guten Verhältnissen ohne Existenz-Ängste sich heutzutage von einem schmierigen Typen mit billigen Sprüchen so leicht einlullen lässt. Bis zum Ende zweifelt man die Realitätsnähe der Geschichte an, nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Als am Ende gezeigt wird, dass das Ganze auf wahren Begebenheiten beruht, ist es vielleicht schon zu spät. Und auch, wenn Anna Bachmann in ihrem ersten Film wirklich ordentliche Arbeit leistete – so ganz gelingt es ihr nicht, den Zuschauer auf emotionaler Ebene anzusprechen.

Die Methoden der Loverboys

Im Anschluss an das Drama zeigt das Erste um 21.45 Uhr die Dokumentation "Verliebt, verführt, verkauft", die die perfiden Methoden der Loverboys deutlich macht. Zwei Frauen berichten, wie sie in einen Teufelskreis aus Komplimenten, Abhängigkeit und Gewalt hineingerieten und ein Vater erzählt, wie er seine Tochter an einen Loverboy verlor. Außerdem wird im Film von Diana Ahrabian darüber gesprochen, was Eltern, Behörden und Justiz gegen die Machenschaften dieser Typen ausrichten können.

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Quelle: teleschau – der Mediendienst