Bond ist angekommen in der Moderne – und doch tief verwurzelt in der Tradition der Reihe. Ein Film, der 007-Fans glücklich machte.

Direkt vorneweg: Mit "Skyfall" (2012) gelang Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") nicht weniger als die Rettung der populärsten und erfolgreichsten Filmreihe vor ihrem Untergang. Der 23. Bond-Film ist modern und klassisch zugleich: 21. Jahrhundert und doch tief verwurzelt in der Tradition der Agentenreihe. Nun zeigt das ZDF den herausragenden Blockbuster zum wiederholten Mal zur Primetime. Am Mittwoch, 17. Januar, 20.15 Uhr, schließt der Sender seine Bond-Reihe mit der Free-TV-Premiere von "Spectre".

Es ist keine große Organisation, mit der sich James Bond (Daniel Craig) in "Skyfall" auseinandersetzen muss. Streng genommen ist es nur eine einzige Person, die durch ein paar namen- und wortlose Schergen unterstützt wird. Ihr Motiv ist simpel: Rache.

Javier Bardem mimt den Bösewicht

Javier Bardem spielt diesen Raoul Silva, der sich zum Ziel gesetzt hat, den britischen Geheimdienst MI6 zu zerstören, und das in gewisser Hinsicht auch tut. Er ist im Besitz einer Liste mit vertraulichen Daten über Agenten in aller Welt, die er schrittweise veröffentlicht, womit das Leben der im Untergrund agierenden Spione nichts mehr wert ist.

Silva will aber vor allem Rache an "Mommy" M (Judi Dench) nehmen. Als gefallener Engel, als ehemaliger MI6-Agent will er seine frühere Chefin bis aufs Letzte entblößen. Er führt sie vor, hackt sich in die Computer des Geheimdienstes und lässt Chaos über London einbrechen.

Gekonnt setzt Bardem die Tradition ziemlich irrsinniger Schurken in 007-Filmen fort. Überdreht, besessen, brutal, aber eben auch charismatisch und in gewisser Hinsicht sogar sympathisch tritt er, blond perückt, auf. Er treibt seine Figur an die Grenze zum Absurden, überschreitet sie jedoch nicht.

Bond nimmt ihn denn auch äußerst ernst. Zieht er sich zu Beginn noch aus seinem Agentenleben zurück, kommt er durch die Bedrohung Silvas wieder zurück. Er muss es, das ist sein Leben. Er muss "seine" M beschützen – und geht dabei auf eine fast schon spirituelle Reise in die eigene Vergangenheit.

Beste Leistung von Daniel Craig als James Bond

Daniel Craig lieferte mit "Skyfall" seine bisher beste, weil charakterstärkste Leistung in der traditionsreichen Rolle ab. Dieser 007 ist meistens todernst, zielorientiert und vor allem schweigsam wie nie zuvor. Dies, verbunden mit einer kraftvollen Bildsprache, verleiht seiner Figur einer Form von Macht und Bedrohlichkeit, wie man sie allenfalls bei Sean Connery und später bei Timothy Dalton sah.

"Skyfall" erzählt viel Relevantes für die Entwicklung von Bond, sowohl was das Gestern als auch das Morgen betrifft. Der Film schafft auch inhaltlich die Grundlage für eine gesicherte Zukunft des Agenten, über den der Betrachter mehr erfährt, als zu erwarten war. Die Figur Bond, so zeigt sich, ist der, der er ist, nicht nur aufgrund seiner tragischen Erlebnisse mit dem weiblichen Geschlecht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst