"Das ist das Ende. Und das kurz vorm Jubiläum." Paul Krüger (Horst Krause) und seine beiden Kumpel Bernd (Fritz Roth) und Ecki (Jörg Gudzuhn) sind geschockt, als Wirtin Karin (Manon Straché) ihnen mitteilt, dass sie ihre Stammkneipe verkaufen will. Sie möchte zu ihrer neuen Flamme Hansi Falkenheyn Waldstetten (Serge Falck) von Berlin nach Österreich ziehen. Insbesondere Bernd erwischt die Neuigkeit auf dem falschen Fuß, wollte er Karin doch soeben noch einen Heiratsantrag machen. Auf Ratschlag seines Kumpels Paul will er seiner Herzdame hinterherreisen. Selbstverständlich nur mit Paul. Der sagt widerwillig zu und befindet sich nach den bisherigen Culture Clashs mit der Türkei ("Krüger aus Almanya") und Griechenland ("Krügers Odyssee") nun auf Konfrontationskurs mit den "Ösis".

Dank der Hilfe eines Einheimischen kommen die beiden Helden dem perfiden Plan von Karins Angebetetem auf die Schliche. Café-Besitzer Poldi (Johannes Silberschneider) klärt die zwei Berliner darüber auf, dass der feine Herr Falkenheyn Waldstetten in Wahrheit ein hinterhältiger Heiratsschwindler ist, der Karin nur ehelichen will, um an ihr Geld zu kommen, das sie mit dem Verkauf des "Flachbaus" erhält. Karin möchte das natürlich nicht wahrhaben und versucht, ihre Freunde abzuwimmeln, die ihr vermeintlich nur ihr Glück nicht gönnen wollen.

Die Stoßrichtung der Geschichte ist von Anfang an klar, wirkliche Überraschungen gibt es nicht. Aber das sympathische Männer-Trio aus Paul, Bernd und Poldi entschädigt für die simple Geschichte. Der "Ösi" muss den "Piefkes" mehr als einmal aus der Patsche helfen – das trifft sich aber gut, hat er ebenfalls noch eine Rechnung mit dem "Falkenheini" offen.

Stark ist "Küss die Hand, Krüger" vor allem dann, wenn sich der Film in aller Ernsthaftigkeit, mit rauem Charme, der Bauernschläue seiner Protagonisten und feiner Lakonie den wichtigen Themen des Lebens widmet: verpasste Träume und vertane Chancen aufgrund von Arbeit, Krankheit und Tod. Das passt überraschend gut ins Gesamtkonzept und profitiert von seinen schrullig-sympathischen Allerweltscharakteren, die allesamt perfekt besetzt sind.

"Hat schon was, der Wolfgangsee." "Der Wannsee ist auch nicht schlecht." Humorvolle Dialoge wie diesen findet man in Marc-Andreas Bocherts "Krüger"-Film zuhauf. Die Hauptfigur ist und bleibt eben ein griesgrämiges Unikat – derb und direkt, aber herzlich. Der ruppige Charme des hemdsärmeligen Titelhelden ist die große Stärke der Reihe. Im Endeffekt ist das alles zwar harmlose und vorhersehbare, aber wirklich humorvolle, gegen Ende hin sogar emotionale, gute Unterhaltung am Samstagabend. Oder wie Karin sagen würde: "Ick hab ma beömmelt!" Und für alle, die des Berlinerischen nicht mächtig sind: "dotjelacht", heißt das.


Quelle: teleschau – der Mediendienst