Ein kleiner blauer Fisch bevölkert als Zeichen der ökologischen Unbedenklichkeit die Supermarktregale. Doch wer bekommt das Zertifikat, schützt es den Verbraucher noch?

Der Köder ist diesmal kein Kleinfisch oder Wurm am Haken. Der Köder ist ein Qualitätssiegel namens MSC, eine Abkürzung für "Marine Stewardship Coucil". Die gemeinnützige internationale Organisation zur Zertifizierung von Fischereien mit Sitz in London prüft "in einem längeren Prozess", ob Fischereien ihren hohen Standards entsprechen. Wer das Gütesiegel, einen kleinen blauen Fisch, erhält, sollte frei von einer Überfischung des Meeres und anderem Raubbau sein. Ganze Supermarktketten bieten nur noch MSC-zertifizierte Ware an. Doch die Richtlinien sind inzwischen lasch geworden, sagen Meeresschützer. In seiner aufwendigen Reportage "Das Geschäft mit dem Fischsiegel" fühlt nun WDR-Autor Wilfried Huismann den Zertifizierern auf den Zahn.

Huismann zeigt in seinem weltweit recherchierten Film, wie fragwürdig die Siegelvergabe inzwischen ist. Fischer, die das Fischsiegel vor allem aus Marketinggründen haben wollten, bekamen es, obwohl ihre Fangmethode den Meeresboden beschädigt. "Wenn das MSC-Siegel drauf ist, gibt es keine Fragen mehr", erklärt hierzu der Geschäftsführer einer bekannten Großfischerei. Und ein Mitbegründer des MSC wirft der Organisation sogar vor, mittlerweile "mehr den Industrieinteressen als den eigenen Ökostandards" zu folgen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst