Wer sind die Menschen, die in der Kölner Probsteigasse leben – dort, wo 2001 vermutlich der NSU einen Anschlag verübte? Der Film porträtiert sie und blickt mit ihnen zurück.

Filmautor Erwin Michelberger lebt seit fast 30 Jahren in der Probsteigasse im Zentrum Kölns. Seit dem Briefbombenanschlag vom 19. Januar 2001 auf eine iranische Familie, die einen Lebensmittelladen betrieb, hat sich sein Blick auf seine Nachbarschaft verändert.

In seinem Film "Nachbarn fürs Leben" will Michelberger, ausgehend von den Erinnerungen der ältesten Tochter der Familie, die damals schwer verletzt wurde, von den Menschen erzählen, mit denen er in seiner Straße zusammenlebt. Die Inhaberin eines kleinen Hotels und ein Architekt gehören genauso dazu wie ein bekannter Satiriker und die Gründerin des ersten Kölner Frauenhauses.

Gemeinsam mit den Anwohnern wirft der Autor einen Blick zurück auf 2001, auf den Anschlag und dessen rechtsradikalen Hintergrund, aber auch auf das kleine Alltagsleben. Alle Statements sind wie zufällig aneinender montiert, alle Befragten blicken in einen Spiegel. Mehr Nähe wird nicht gesucht. "Wie man im Kleinen miteinander lebt, so ist es auch im Großen", sagt der Autor über seinen ungewöhnlichen Film, das Porträt einer Straße.


Quelle: teleschau – der Mediendienst