Ein defektes Studio-Telefon hat am Montagabend in der Quiz-Show "Wer wird Millionär?" für beste Unterhaltung gesorgt. Moderator Günther Jauch wollte eigentlich nur einem Kandidaten helfen, wurde dann aber unfreiwillig zum Mitarbeiter in der Telefonzentrale.

Was war passiert? Kandidat Ulrich Kurt Rudolf Kögl wusste bei der 8000-Euro-Frage nicht weiter und setzte auf seinen Telefonjoker. Der Bekannte, der vor sechs Jahren selbst schon 125.000 Euro bei "Wer wird Millionär?" gewinnen konnte, sollte beantworten, was an den Medaillen bei den Paralympischen Spielen in Rio so besonders ist (A: rasseln beim Schütteln (richtig), B: bestehen aus Glas, C: Durchmesser: 20 cm, D: wechseln bei Hitze die Farbe).

Studio-Telefon funktioniert nicht

Dann aber das erste Problem: Das Telefon im Studio funktionierte nicht. Um dem ahnungslosen Kandidaten aber dennoch zu helfen, schlug Jauch vor, dass er den Telefonjoker einfach mit einem Handy anrufen könne. Eine Idee, die für gut befunden wurde und nur wenige Augenblicke später hatte Jauch den Telefonjoker in der Leitung.

"Wir machen hier Steinzeit-Fernsehen. Sie werden gerade nicht über Telefon groß eingespielt. Ich habe ein kleines Handy hier und versuche, dass wir Sie über mein kleines Bord-Mikrofon alle hören", sagte Jauch.

Genützt hat es dem Kandidaten allerdings nicht. Der Telefonjoker konnte die Frage nicht beantworten, sodass Kögl den 50:50-Joker ebenfalls einlöste – und sich anschließend für die richtige Antwort entschied.

Ronny, die Empfangs-Dame und Franz

Dann wurde es erst richtig kurios. Jauch, der das Aushilfs-Telefon noch immer bei sich hatte, wurde plötzlich mitten in der Sendung angerufen. Am anderen Ende meldete sich ein Mitarbeiter namens Ronny und erklärte dem Moderator, dass er die Röhre in dessen Garderobe gewechselt habe. "Weil das auch nicht funktioniert, da oben. Vielen Dank. Das musste man mal so sagen", witzelte Jauch.

Doch damit nich genug. Nur wenige Augenblicke später klingelte das Handy erneut und wieder war Ronny in der Leitung. "Ich bin es schon wieder. Ich wollte eigentlich den Franz haben, aber der hat die Rufumleitung noch drin", erklärte der Mitarbeiter. Und Jauch antwortete: "Der Franz sitzt oben im ersten Stock. Aber das Wichtigste ist, dass meine Röhre in der Garderobe wieder geht."

Der Moderator meinte gar, dass er jetzt immer ein Handy mit in die Sendung nehmen sollte. "Sonst ist man ja vom Leben voll abgeschnitten", so Jauch. Und noch ehe er die nächste Frage stellen konnte, wurde er erneut auf dem Handy angerufen. Diesmal war es eine Dame vom Empfang.

"Ich wollte das Licht unter dem Glasdach anmachen und nur dem Herrn Konrad Bescheid sagen", berichtete die Mitarbeiterin. Und Jauch reagierte cool: "Machen Sie gern das Licht an. Ich richte es dem Franz aus."

Neue Show-Idee von Jauch

Franz, der Aufnahmeleiter der Sendung, teilte Jauch daraufhin mit, dass das Handy sofort abgeholt werde. Doch der Moderator hatte schon ganz andere Pläne: "Wozu? Ist doch eigentlich eine billige Sendungsidee: Man setzt sich mit dem Handy in die Show und wartet, wer anruft."

Kandidat Kögl schaffte es indes noch bis zur 16.000 Euro-Frage, entschied sich allerdings für die falsche Antwort und musste mit 500 Euro nach Hause gehen.

Da auch beim nächsten Kandidaten das Studiotelefon nicht funktionierte, wurde Jauch schließlich ein viertes Mal angerufen. Diesmal war es Franz selbst, sodass sich Jauch bei ihm für alles bedanken konnte.