Max Giesinger trifft auf Ed Sheeran und heraus kommt John Winter (Tom Beck). Natürlich ist dieser ein begehrter Popstar in Deutschland bis, ja, bis er sich in Indien auf die Suche nach seiner inneren Mitte macht und mit Freundin Ella (Susan Hoecke) im Gepäck zurückkommt. Jetzt steht John nicht mehr so auf Sex, Drugs & Rock 'n' Roll, sondern eher auf Yoga, Chai und Kokoswasser. Whiskey? Tabu. Denn: "Ella und ich trinken nichts Braunes bei abnehmendem Mond."

Seinem Agenten Grobsch (Dirk Borchardt) ist piepegal wie John sich high macht, wenn er denn nur endlich ein neues Album liefern würde. Doch der erste Song – "Goldene Brücken" – hört sich eher an wie "Eso-Durchfall". Jedenfalls laut Grobschs Assistentin Lou (Cristina do Rego). Es gilt Johns Musik, also seine "echte", richtig deepe Musik, zu retten. Lou erhält die zweifelhafte Ehre, genau das zu bewerkstelligen, doch bald muss sie in der neuen SAT.1-Komödie einsehen: "Rockstars zähmt man nicht".

Lou versucht trotzdem alles, um John wieder auf Spur zu bringen. Für einen Rockstar heißt das natürlich saufen, rauchen, Frauen vernaschen. Anfangs sieht es so aus, als würde den Musiker all das nicht mehr interessieren.

Doch als John herausfindet, dass seine engelsgleiche Yoga-Göttin die Geschichte ihrer heimlichen Hochzeit im Vorfeld bereits an die "Bild" verkauft hat, jagt er seine innere Mitte endlich zum Teufel und beginnt wieder, sich wie sein altes Ich zu benehmen. Doch mit dem Songschreiben will es trotzdem nicht klappen. Zum Glück steht Lou ihm zur Stelle, als er sich in die alte Hütte seiner verstorbenen Mutter zurückzieht, um bei prasselndem Regen seine Wunden zu lecken. Um zu wissen, wie das endet, muss man kein Guru sein ...

"Es gibt gute und schlechte Musik. Darüber kann man doch nicht streiten, das fühlt man einfach", haut John Winter bei einem Interview selbstbewusst raus. Mit guter Musik ist natürlich sein "Helden der Nacht" gemeint, ein Lied, das klingt, als hätten Wincent Weiss, Tim Bendzko und Matthias Schweighöfer – der Musiker – ein gemeinsames (Song)-Kind gezeugt. Auf eine gewisse Art ist "Helden der Nacht" sehr eingängig, der Song könnte sogar im Radio laufen. Man merkt, dass Schauspieler Tom Beck nicht zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand hält, immerhin hat der 39-Jährige bereits sechs Alben herausgebracht und ist die perfekte Besetzung für eine Komödie, in der die Musik eine tragende Rolle spielt. Insgesamt liefern die Schauspieler auch in den Nebenrollen eine wirklich solide Leistung ab. Trotzdem ist "Rockstars zähmt man nicht" nicht mehr, als ein guter Popsong. Er stört nicht, bewegt aber auch nichts. Und jetzt alle: "Wir tanzen auf den Dächern der Stadt, und singen, oh eh oh, wir sind die Helden der Nacht ..."

Lesetipp: Hier geht's zum Interview mit Schauspieler und Musiker Tom Beck.


Quelle: teleschau – der Mediendienst