Wie wild waren die "Wilden Siebziger" wirklich? In der WDR-Dokureihe "Unser Land in den 70ern" nähern sich Promis als Sprecher einem aufregenden Jahrzehnt.

Erst Schneemassen, dann Blitzeis, dann Überflutungen – das Wetter zu Beginn der 70er-Jahre war in Deutschland höchst unvorhersehbar. Doch nicht nur die Schneestürme im Winter 1970 sorgten für Chaos, auch politisch, modisch und kulturell standen in der alten BRD die subversiven "Wilden Siebziger" in den Startlöchern.

Die neue WDR-Reihe "Unser Land in den 70ern" folgt den Entwicklungen dieses ereignisreichen Jahrzehnts chronologisch; jede Folge widmet sich mit zahlreichen Interviewpartnern und in aufschlussreichen, zum Teil unveröffentlichten Originalaufnahmen einem Jahr der folgenreichen Dekade. Eine charmante Besonderheit zeichnet die zehnteilige History-Doku zudem aus: Aus dem Off begleitet und kommentiert jede Folge eine prominente Person, die in eben jenem Jahr geboren wurde.

Den Anfang macht unter dem Motto "Als das Wetter verrückt spielte" Schauspielerin und Regisseurin Esther Schweins, die am 18. April 1970 in Oberhausen zur Welt kam. Mit angenehmer Stimme und leicht ironischem Unterton erzählt die 47-Jährige vom damaligen Arbeiten in den Schächten des Potts, von modischen Streits um die Rocklänge und jungen Schlagerstars wie Peter Maffay – und berichtet zwischendrin von den Umständen ihrer Geburt.

Doku-Fokus auf den Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen

Das hübsch personalisierte Zeitenporträt befasst sich dabei zwar mit Themen, die die Bundesbürger damals umtrieben – von den Hippies bis zur RAF, von Willy Brandt bis zum Opel Manta. Doch liegt der Fokus auf den Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen: Alle Protagonisten sind irgendwo zwischen Pott, Westfalen und Rheinland geboren, jedes historische Geschehen wird durch die NRW-Brille betrachtet.

Weil das vielfältige Bundesland aber nunmal zugleich das bevölkerungsreichste der BRD war und ist, bietet die bunt aufbereitete Geschichtsreihe auch Zuschauern außerhalb des WDR-Einzugsgebietes eine Menge aufschlussreiche Informationen. Eindrücklich ist etwa die Geschichte der damaligen Krankenschwester Magdalena Drinhaus, die sich 1970 im sauerländischen Meschede im Zentrum der letzten Pockenepidemie Deutschlands infizierte und in Quarantäne gehen musste. Begleitet werden auch Promi-Protagonisten wie Berti Vogts, der vom grandiosen Aufstieg seines damaligen Vereins Borussia Mönchengladbach zur Deutschen Meisterschaft berichtet – und damit vom Beginn einer großen Ära.

"Unser Land in den 70ern" läuft ab 11. August, immer freitags, um 20.15 Uhr, im WDR-Fernsehen. Als Sprecherinnen und Sprecher folgen nach Esther Schweins unter anderem Anette Frier für das Jahr 1974 und Micky Beisenherz für 1977.


Quelle: teleschau – der Mediendienst