Die TV-Sender 3sat und BR zeigen zum 75. Geburtstag von Werner Herzog mehrere Filme des Regisseurs. Darunter auch das philosophische Essay "Wovon träumt das Internet?".

Die deutschen Feuilletons werden ihn wieder feiern, wenn Werner Herzog am 5. September 75 Jahre alt wird. Aber das Publikum? Hierzulande scheint der Regisseur von Meisterwerken wie "Fitzcarraldo" oder "Aguirre" fast vergessen. In den USA hingegen wird der gebürtige Münchner geradezu kultisch verehrt. Dass Herzogs Dokumentarfilm "Wovon träumt das Internet?" (2016) in seiner amerikanischen Wahlheimat in den Kinos lief, hierzulande aber nur auf DVD erschien, passt da ins Bild.

Dabei hätte der Film, den 3sat nun als Erstausstrahlung zeigt, durchaus ein größeres Publikum verdient. Mit seiner ruhigen, bedächtigen Art leuchtet Herzog in seinem Dokumentaressay die Geschichte und Zukunft des Internets aus. "Träumt das Internet von sich selbst?", will Herzog da wissen, und so ist seine Reise zu Internetpionieren wie Tim Berners-Lee oder neuen Visionären wie Elon Musk vor allem eine spirituelle Sinnsuche inmitten der kalten digitalen Welt.

Im Anschluss an "Wovon träumt das Internet?" wiederholt 3sat um 0.05 Uhr Herzogs Dokumentarfilm "Tod in Texas" aus dem Jahr 2012. In langen Gesprächen nähert sich der Filmemacher einem zum Tode verurteilten Mörder.

Auch das BR-Fernsehen würdigt Werner Herzog mit zwei Wiederholungen – allerdings zu sehr später Stunde. Am Dienstag, 5. September, 23.30 Uhr, steht die Dokumentation "Mein liebster Feind" über Herzogs berühmt-berüchtigte Zusammenarbeit mit seinem Lieblingsschauspieler Klaus Kinski auf dem Programm. Am Folgetag, Mittwoch, 6. September, 0.40 Uhr, zeigt das BR-Fernsehen "Aguirre, der Zorn Gottes" aus dem Jahr 1972, einen fiebrigen Albtraum mit Kinski als spanischem Konquistador, der langsam dem Wahnsinn anheimfällt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst