In den Bergen warten "Wölfe" auf einen verliebten Hauptkommissar
"Wie riecht es in Hamburg?", fragt Ermittler Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) seine Kollegin Constanze Hermann (Barbara Auer) am Telefon – und aus seiner Stimme tropft Verliebtheit. "Gut", antwortet sie mit Blick auf die sonnigen Berge. "Es hat gerade geregnet." Hermann nämlich ist gar nicht in Hamburg, sondern in einem Kloster, um den Alkohol in den Griff zu kriegen.
Doch die echten Probleme beginnen, als sich Hanns auf den Weg macht in die Berge. Es mag hier gut riechen, aber etwas stimmt nicht mit dem Dorf. Da ist die junge Kristina, die komische Fragen stellt, da ist ein Werwolf mit roten Augen, der Constanze nach ein paar Gin Tonic zu viel nachts auflauert. Und da ist dieser Özhan, der sich auf einem alten Hof Hunde und einen Wolf hält und den die Dörfler nicht leiden können.
Am nächsten Morgen ist Kristina tot. In ihren Wunden: Wolfshaare. Sollte hier mal nicht der Mensch dem Menschen ein Wolf sein, sondern das Tier? Und wenn ja: welches?
Es kommt eine Menge zusammen in diesem Polizeiruf von Christian Petzold: Vorurteile und Gewalt, Politik und Liebe, und dann auch noch der BND. "Sie glauben, wir fühlen, der Rest ist Schweigen", sagt ein Agent irgendwann. Wie Recht er doch hat.
Denn es wird viel geschwiegen in den 90 Minuten, fast so viel, wie geraucht wird. Und wenn Hanns und Constanze nicht schweigen oder rauchen, erzählen sie sich Filmszenen. Was Verliebte so tun.
Es ist ein Krimi voller Absonderlichkeiten und psychisch labiler Menschen, voll atmosphärischer Nebenschauplätze und Finten, dem am Ende aber vor allem eins fehlt: glaubhafte Rollen. Der Rest ist Schweigen.